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Aus der Stadt Händler haftet für Schäden an Kleidern
Hannover Aus der Stadt Händler haftet für Schäden an Kleidern
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14:50 03.05.2016
Von Michael Zgoll
Ein Elektromarkt muss 600 Euro Entschädigung zahlen, nachdem eine Kundin eine defekte Waschmaschine kaufte. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Die Käuferin aus Laatzen forderte von einem Elektromarkt aus Wülfel, bei dem sie den Siemens-Frontlader erstanden hatte, 600 Euro Entschädigung – den Zeitwert für eingerissene Jacke, Poloshirts, Top und Kleid. Doch der Filialist hielt dagegen: Die Frau müsse sich an den Hersteller wenden und diesen haftbar machen. Falsch, urteilte jetzt Amtsrichter Reinhard Wiehe. Da die Kundin beim Händler zusätzlich zum Waschvollautomaten ein 80 Euro teures „Power Service WW-Lieferpaket PR“ inklusive Anschließen und Inbetriebnahme des Geräts erstanden habe, müsse dieser Schadensersatz leisten.

Eine verformte, wellige Fenstermanschette war schuld, dass die Kleidungsstücke beim Drehen und Wenden in der Trommel an mehreren Stellen einrissen. Diese Beschädigung des Geräts, meinte Richter Wiehe, hätte den Servicemitarbeitern des Elektromarkts beim Öffnen der Fülltür auffallen müssen. Grundsätzlich sei ein Händler zwar nicht verpflichtet, die von ihm verkauften Sachen zu begutachten. Schließe er mit dem Käufer aber eine Zusatzvereinbarung über Lieferung, Inbetriebnahme und Erklärung der Grundfunktionen ab, zähle eine Sichtkontrolle allemal zu seinen Pflichten – was im Fall des defekten Frontladers offenbar unterblieben sei. 

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Der Siemens-Kundendienst reparierte die 500 Euro teure Maschine wenige Tage nach dem kostspieligen ersten Waschgang im März 2015, natürlich auf Garantie. Der Elektromarkt aber muss die 600 Euro für die zerrissenen Kleidungsstücke zahlen, plus Gerichts- und Anwaltskosten.

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