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Aus der Stadt Tödlicher Schuss: Schütze muss in Haft
Hannover Aus der Stadt Tödlicher Schuss: Schütze muss in Haft
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21:45 10.06.2015
Von Jörn Kießler
Foto: Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den 40-Jährigen erlassen, der einen mutmaßlichen Einbrecher in Anderten erschossen hat.
Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den 40-Jährigen erlassen, der einen mutmaßlichen Einbrecher in Anderten erschossen hat – hier bei der Festnahme am Dienstag. Quelle: Christian Elsner
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„Nach der ersten Auswertung der Untersuchungen der Polizei ist eine Notwehrlage jedoch mehr als zweifelhaft“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags gegen den Werkstattbesitzer.
Nach A.s Aussage soll der 18-Jährige gemeinsam mit zwei Komplizen versucht haben, in das Haus des 40-Jährigen an der Lehrter Straße einzubrechen. „Unser Mandant ging daraufhin vor die Tür, um die Männer anzusprechen“, sagte A.s Anwalt Klaus Rudolph. „Da entdeckte er die Pistole in der Hand eines Täters und hörte das Wort ,schieß‘.“ A., der nach Aussage der Staatsanwaltschaft Mitglied in einem Schützenverein ist und mehr als zehn Waffen in seinem Haus hatte, habe daraufhin in Verwirrung einen ungezielten Schuss abgegeben. „Unser Mandant hatte nie die Absicht, jemanden zu töten“, so Rudolph. Das 9mm-Projektil traf jedoch den 18-Jährigen am Oberkörper und verwundete ihn so schwer, dass er später starb. Seine Komplizen konnten flüchten. Die Beamten, die Bassam A. nach den Schüssen selbst alarmiert hatte, fanden den 18-Jährigen etwa 200 Meter vom Tatort entfernt. Ein Rettungswagen brachte den jungen Mann in eine Klinik, wo er in den frühen Morgenstunden starb.

Ein Einbruchsversuch hat einen 18-Jähriger in Hannover-Anderten mit dem Leben bezahlt. Der Hausbesitzer hatte den Täter mit seinen Komplizen erwischt und auf sie geschossen. Der 18-Jährige wurde getroffen und erlag später seinen Verletzungen.

Auf die Identität der beiden anderen mutmaßlichen Einbrecher haben die Fahnder mittlerweile Hinweise erhalten. Nach bisherigem Stand sind sie die einzigen direkten Zeugen des Geschehens. Die Polizei hofft nun, dass sie die Männer ausfindig machen und befragen kann. Denn was sich genau in der Nacht abgespielt hat, ist bisher nicht klar. „Bei dem Vergleich der Aussage des Schützen mit den Ergebnissen der Obduktion und der Spurensicherung ergaben sich starke Widersprüche“, sagte Staatsanwalt Klinge. Unter anderem habe sich A. kurz nach seiner Festnahme geäußert, in einer späteren Vernehmung das Geschehen jedoch widersprüchlich dargestellt.  

Der 40-Jährige ist bisher nicht aktenkundig, es ist jedoch nicht das erste Mal, dass der Werkstattbesitzer mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Im Mai 2004 wurden elf Streifenwagen der Polizei zu seiner Werkstatt an der Lehrter Straße beordert, nachdem dort ein Mann bei einer Massenschlägerei mit einem Messer verletzt wurde. Zwölf Männer hatten zuvor das Gelände von Bassam A. und seinem Bruder Imad gestürmt. Die Beamten stellten zwei Schreckschusspistolen, ein Messer und einen Schlagstock sicher. Warum es zu der Attacke gegen die Brüder A. kam, blieb im Dunkeln. „Jeder der Beteiligten erzählt etwas anderes“, sagte eine Polizeisprecherin damals.

dpa

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