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Aus der Stadt Haftstrafe für Vergewaltiger vom Maschseefest
Hannover Aus der Stadt Haftstrafe für Vergewaltiger vom Maschseefest
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00:31 19.02.2015
Von Tobias Morchner
Die Täter der Vergewaltigung am Rande des Maschseefests sind verurteilt worden. Quelle: Körner /Archiv
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Hannover

Das Landgericht Hannover hat am Dienstag zwei Cousins aus Seelze wegen Vergewaltigung einer jungen Frau verurteilt. Maximilian B. muss eine Strafe von drei Jahren und acht Monaten im Gefängnis verbüßen. Sein Verwandter, der 21 Jahre alte Leon R., kam mit einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon.

Zuvor hatten die beiden Cousins gestanden, die betrunkene und deswegen hilflose Frau am 31. Juli 2014 am Maschsee getroffen zu haben. Die junge Frau, die mit ihren Freunden das Fest besucht hatte und dabei mehrere Caipirinhas und Lüttje Lagen getrunken hatte, hatte sich übergeben müssen. Die beiden Cousins boten ihr ihre Hilfe an. Sie brachten die Frau zu einem Taxistand und 
fuhren mit ihr nach Seelze, wo Maximilian B. lebte. Bereits auf der Fahrt, so hieß es in der Urteilsbegründung, trafen die beiden Männer die Verabredung, sich an der jungen Frau zu vergehen. Das Opfer bekam davon nichts mehr mit. Die Frau war im Taxi eingeschlafen.

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In Seelze angekommen, brachten die Männer die Frau in die Kellerwohnung von Maximilian B. und entkleideten ihr Opfer. Anschließend verging sich zunächst der ältere der beiden Männer an der Hilflosen und dann der 21-Jährige. „Die Frau bekam mit, was passierte, sie versuchte sogar noch, sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen“, sagte Richterin Monika Thiele. Nach der Tat schossen sie mit ihren Handys Fotos von der immer noch am Boden liegenden Frau und rauchten dann eine Zigarette, ohne sich um ihr Opfer zu kümmern. Leon R. verließ daraufhin die Wohnung. Sein Cousin legte sich schlafen. Die junge Frau überließen sie sich selbst. Am Morgen gelang es ihr, aus der Wohnung zu fliehen. Sie vertraute sich der Polizei an.

Opfer leidet bis heute

Als die Beamten Maximilian B. zu den Vorwürfen befragten, gab er zunächst an, der Geschlechtsverkehr habe im Einvernehmen mit der jungen Frau stattgefunden. Erst als er bereits in Untersuchungshaft saß, räumte er einem Gutachter gegenüber das Verbrechen ein. „Wir haben es hier mit einem besonders schweren Fall von Vergewaltigung zu tun“, sagte Richterin Monika Thiele. Das Opfer leide bis heute unter den Folgen des Übergriffs.

Leon R. konnte nach dem Urteilsspruch den Gerichtssaal in Begleitung seiner Angehörigen verlassen. Zuvor verabschiedete er sich von seinem Cousin, drückte ihm die Hand und nickte ihm aufmunternd zu. Der 21-Jährige wusste, dass er mit seiner Bewährungsstrafe einer drohenden höheren Strafe entgangen war. Denn eine weitere Vergewaltigung einer ebenfalls jungen und hilflosen Frau, die ursprünglich in der Anklage mit aufgeführt gewesen war, war aufgrund des Geständnisses des Angeklagten nicht mehr Gegenstand des Verfahrens.     

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