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Aus der Stadt Handel fordert Konzept für Linie 10
Hannover Aus der Stadt Handel fordert Konzept für Linie 10
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06:16 05.04.2012
Von Bernd Haase
Foto: Gegenwind vom Handel im Streit um die Linie 10.
Gegenwind vom Handel im Streit um die Linie 10. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

In einem gemeinsamen Positionspapier fordern sie ein Gesamtverkehrskonzept vor allem für den Innenstadtbereich. Dahinter steckt die Sorge, der Auto- und damit der Kunden- und Lieferverkehr könnte von der Stadtbahn verdrängt werden. „Die Politik hat ihre Hausaufgaben bei Weitem noch nicht gemacht“, heißt es in dem Papier, das den Titel „Standpunkte und offene Fragen“ trägt.

Die Verbände weisen darauf hin, dass ausweislich einer Studie des Bundesverkehrsministeriums immer noch zwei von drei Kunden mit dem Auto zum Einkaufen fahren. „Die derzeitig zur Diskussion stehenden Varianten führen zu massiven Problemen unter anderem im Verkehrsablauf, in der Erreichbarkeit der Innenstadt und bei den Fußwegebeziehungen im Bereich der Ernst-August-Galerie“, prognostizieren sie. Die für den Nahverkehr zuständige Region Hannover plant, die Linie 10 nicht mehr über den Ernst-August-Platz zum Aegi fahren zu lassen, sondern sie direkt hinter der Einkaufsgalerie um die Kurve Richtung Raschplatz zu schicken. Die Bewohner der Region sollen per Befragung entscheiden, ob dafür Hoch- oder Niederflurbahnen eingesetzt werden.

Dass das ohne Auswirkungen auf Auto-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr funktioniert, bezweifeln die Kaufleute. Auch sorgen sie sich um die künftige Gestaltung mehrerer zentraler Plätze und Einkaufsstraßen zwischen Goethestraße und Raschplatz. Sie fordern deshalb, dass auch alternative Lösungen wie eine Endhaltestelle der Stadtbahn am Steintor oder in der Kurt-Schumacher-Straße sowie eine Tunnelstrecke in die Überlegungen einbezogen werden. Bei dem angemahnten Gesamtverkehrskonzept wollen die Verbände mitreden – „letztendlich geht es um die langfristige Perspektive für die Innenstadt“, schreiben sie.

Streit um Bürgermeisterbrief: Unterdessen erregt die Linie 10 wieder einmal in Linden die Gemüter. Anlass ist ein offener Brief von Bezirksbürgermeister und Niederflursystem-Befürworter Rainer-Jörg Grube (Grüne) an die Üstra, mit dem er wiederum auf ein ebenfalls offenes Schreiben des Verkehrsunternehmens geantwortet hatte. Grube hatte unter anderem die Aufsichtsratsmitglieder der Üstra mit Marionetten verglichen. Das Unternehmen mische sich „unzulässig in die öffentliche Meinungsbildung ein“, obwohl es eigentlich lediglich politische Vorgaben umzusetzen habe.

Grubes Äußerungen haben den aus Linden stammenden SPD-Ratsherren Jürgen Mineur auf den Plan gerufen, der im Üstra-Aufsichtsrat sitzt. Das Mandat verpflichte ihn, das Unternehmen zu kontrollieren und auf Wirtschaftlichkeit zu achten. Niederflurtechnik würde die Bilanz um eine knappe Million Euro im Jahr verschlechtern, erklärt er. Mineur wirft Grube vor, die sachliche Diskussion verlassen zu haben und den Stadtteil zu spalten. „Er wird seinem Amt nicht gerecht“, sagt der Sozialdemokrat.

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Mit einem offenen Brief widerspricht die Üstra dem Interview von Rainer-Jörg Grube im Stadt-Anzeiger.

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