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Aus der Stadt Fan-Shop-Chef von 96 unterschlägt 45.630 Euro
Hannover Aus der Stadt Fan-Shop-Chef von 96 unterschlägt 45.630 Euro
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00:19 28.10.2017
Von Gunnar Menkens
Weil er in die Kasse des 96-Fanshops gegriffen hat, ist der Leiter vom Gericht verurteilt worden. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Hannover

Die Geschichte des Mannes ist ein typischer Fall von einer immer tiefer greifenden Verstrickung, aus der es kein Entkommen zu geben schien. Der 46-Jährige spielte Cash-Poker, die Einsätze werden bar auf den Tisch gelegt, Männer aus Osteuropa waren seine Mitspieler. Zunächst gewann er, doch das Blatt wendete sich, er häufte Schulden an, lieh sich einen geringen fünfstelligen Betrag von seiner Mutter, doch bald reichte auch das nicht mehr. Jetzt bat er seine Mitspieler um Geld. Kredite, die er mit legalen Mitteln nicht mehr zurück zahlen konnte. Die Männer wendeten Gewalt an. Sie hielten ihm ein Messer an den Hals und drohten, seiner Familie etwas anzutun, wenn er seine Verluste am Spieltisch nicht schnell beglich.

Deshalb griff der Fanshop-Chef in die Vereinskasse und holte sich binnen drei Monaten 45.630 Euro heraus. Bis jemand bemerkte, dass Geld fehlte und der Verdacht auf den 46-Jährigen fiel. Er wusste keinen Ausweg mehr. Jens Buck, Sprecher der Amtsgrichts, sagte, er habe daraufhin "einen dramatischen und eindeutigen Abschiedsbrief an seine Frau geschrieben" und sich in sein Auto gesetzt. Weil die Ehefrau sofort die Polizei alarmierte, fanden Beamte den 96-Mitarbeiter in seinem Wagen und stoppten ihn nach einer riskanten Verfolgungsfahrt.

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Der Strafbefehl erstreckt sich auf Unterschlagung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Inzwischen befindet sich der 46-Jährige in einer Therapie, mit Hannover 96 einigte er sich darauf, den Schaden zu begleichen. Die Ratenzahlungen, sagte sein Anwalt Benjamin Schmidt, haben begonnen.