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Aus der Stadt Protec soll Jugendgruppe notfalls auflösen
Hannover Aus der Stadt Protec soll Jugendgruppe notfalls auflösen
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00:15 26.01.2018
Der Sicherheitsdienst Protec will das Gespräch mit den Jugendlichen suchen, die notfalls aber auch des Platzes verweisen.
Der Sicherheitsdienst Protec will das Gespräch mit den Jugendlichen suchen, die notfalls aber auch des Platzes verweisen.  Quelle: Lehmann
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Hannover

Der Sicherheitsdienst Protec soll sich verstärkt der Jugendbande in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade am Kröpcke annehmen. Das teilt die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) als Betreiberin der Passarelle gegenüber der HAZ mit. Seit Herbst treffen sich überwiegend am Wochenende ab etwa 18 Uhr rund 30 Jugendliche vor McDonald’s, um dort herumzulungern und zu pöbeln. „Die rund 200 000 Menschen, die dort täglich entlanggehen, sollen dies ungestört tun können“, sagt HRG-Geschäftsführer Thomas Heinemann. Die Protec-Mitarbeiter haben daher den Auftrag bekommen, ab sofort verstärkt vor der McDonald’s-Filiale und entlang des Übergangs der Niki-Promenade zur Stadtbahnstation Kröpcke zu patrouillieren. „Gleichzeitig soll das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht werden“, sagt Heinemann.

Die 13- bis 18-Jährigen schubsen sich gegenseitig, oft geraten auch Passanten zwischen die Fronten und werden beleidigt. Nach Polizeiangaben handelt es sich dabei um Jugendbanden aus dem gesamten Stadtgebiet und verschiedenster Nationen, die am Kröpcke zu einer Art Kräftemessen zusammenkommen. Die Beamten mussten bereits mehrfach anrücken und stellten die Personalien der Teenager fest. „Wir zeigen weiterhin Präsenz“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Sollten Passanten oder Gewerbetreibende aggressives Verhalten beobachten, „sollen sie sich bei uns melden“.

Möglicherweise wird das Problem auch eine der ersten Baustellen für die neuen städtischen Ordnungshüter. „Es wäre in der Tat ein Fall“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Im Juni 2017 hatte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) mitgeteilt, den Ordnungsdienst um 38 Stellen aufzustocken. Die neuen Kontrolleure sollen sich vor allem um die Trinkerszene und aggressiven Bettler in der Innenstadt kümmern. „Wir gehen davon aus, dass der städtische Ordnungsdienst zum Ende des ersten Quartals den Streifendienst aufnehmen wird“, sagt Möller. Allerdings wird die Einheit nicht sofort in voller Stärke loslegen – einige Stellen sind unbesetzt. „Es werden noch weitere Ausschreibungen erforderlich sein“, so Möller.

Die städtischen Ordnungshüter können unter anderem Platzverweise aussprechen, Personalien feststellen und Personen durchsuchen. Auch die Protec-Mitarbeiter können Hausverbote erteilen. Das Problem bei den Jugendgruppen am Kröpcke ist jedoch, „dass sie nichts verunreinigen und auch keinen Alkohol konsumieren“, sagt HRG-Geschäftsführer Heinemann. Dann könnten die Teenager der Niki-Passage verwiesen werden. Mehrere Menschen, die am McDonald’s herumstehen und böse schauen, seien aber „kein Grund, das Ganze aufzulösen“. Die HRG wolle aber nicht auf Konfrontation mit den Jugendlichen gehen, „sondern ein ein gemeinsames Miteinander finden“, sagt Heinemann.

Von Peer Hellerling

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