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Aus der Stadt Aktivistinnen verhüllen umstrittene Busenschnecke
Hannover Aus der Stadt Aktivistinnen verhüllen umstrittene Busenschnecke
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00:31 05.04.2018
Aktivistinnen verhüllen die Busenschnecke Dori ümit einem selbstgestrickten Bikini.
Aktivistinnen verhüllen die Busenschnecke Dori ümit einem selbstgestrickten Bikini. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 Die umstrittene Busenschnecke „Dori“ wirbt für die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim jetzt mit verhüllten Reizen. Aktivistinnen haben der Skulptur vor dem Vasati-Wohnkomplex an der Hildesheimer Straße am Ostermontag einen selbstgestrickten BH angelegt. Das Stoffstück zieht sich auch an den Flanken der Schnecke entlang und bedeckt weitere Wölbungen. „An dem Stoff haben viele Frauen lange gearbeitet“, sagt eine der Vertreterinnen des Aktionsbündnisses „Stoppt sexualisierte Gewalt“.

Die Initiative protestiert gegen ein verzerrtes Frauenbild in der Werbung. Die Wohnungsgenossenschaft werbe mit einem Tier, dem ohne inhaltlichen Zusammenhang weibliche Attribute in sexualisierter Form anghängt werden, heißt es in einer offiziellen Stellungsnahme.

Aktivistinnen haben die Skulptur an der Hildesheimer Straße am Ostermontag verhüllt.

Der Entwurf für die Busenschnecke stammt von Gartenheim-Chef Günter Haese. Mehrere Jahre warb „Dori“ nicht nur als Standbild an der Straße für Gartenheim, sondern auch auf Plakaten an Bussen und Bahnen. Kürzlich entschied die Üstra, die Busenschnecke von ihren Fahrzeugen zu verbannen. Die Werbung sei sexistisch, weil die Schnecke mit ihrer nackten Oberweite keinen Bezug zum beworbenen Produkt herstelle, sondern lediglich als Blickfang diene. Haese sieht seine Figur von der Kunstfreiheit gedeckt.

Von Andreas Schinkel