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Aus der Stadt Gibt es doch ein Public Viewing auf dem Weißekreuzplatz?
Hannover Aus der Stadt Gibt es doch ein Public Viewing auf dem Weißekreuzplatz?
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00:38 28.04.2018
Eine Gruppe von Gastronomen unternimmt einen neuen Versuch, WM-Feiern auf dem Weißekreuzplatz zu organisieren. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

 WM-Feiern auf dem Weißekreuzplatz sind eigentlich abgesagt – doch jetzt wird im Rathaus ein neuer Versuch unternommen,  Public Viewing auf dem Areal zu veranstalten. Nach Informationen der HAZ hat es auf Initiative von Gastronomen um den bekannten hannoverschen Wirt Winfried Kirchner ein Gespräch im Rathaus gegeben. Zusammen mit Vertretern des Bezirksrats und der Stadtverwaltung wurde ein neues Konzept ausgearbeitet: Deutlich kleiner soll die WM-Feier ausfallen, nur die Hälfte des Platzes einnehmen und nach Abpfiff schnell beendet werden. Die CDU-Ratsfraktion bleibt skeptisch. „Warum wird die WM-Feier nicht auf einen anderen Platz gelegt?“, fragt sich CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk.

Der Bezirksrat Mitte hatte mehrere Alternativen zum Weißekreuzplatz vorgeschlagen, etwa den Goseriedeplatz und den Trammplatz. Auf dem Weißekreuzplatz aber sollte kein Public Viewing für bis zu 3000 Menschen stattfinden, da war sich das Gremium einig. Lärm und Trubel seien den Anwohnern rund um den engen Platz nicht zuzumuten, zumal eine lautstarke Trinkerszene ohnehin regelmäßig für Unmut sorgt. Die Stadt schloss sich dem Votum des Bezirksrats an, damit war die Veranstaltung gestrichen – vorerst.

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Jetzt unternehmen die beteiligten Gastronomen einen neuen Anlauf und lassen sich auf harte Auflagen ein. Das WM-Fest wird um mehr als die Hälfte der Besucher reduziert. Rund 1000 Gäste sollen sich auf dem südlichen Teil des Platzes (Richtung Pavillon) versammeln. Tisch und Bänke sollen eine Biergartenatmosphäre schaffen. Das Gelände wird von einem blickdichten Zaun umschlossen, der als Werbefläche dient. Darauf soll aber keine Reklame für alkoholische Getränke gezeigt werden. Erst kurz vor den Spielen wird der Großbildschirm eingeschaltet, nach Abpfiff sollen die Besucher das Gelände rasch verlassen. Die Lautstärke der TV-Übertragung wird so weit heruntergeregelt, dass sie den gesetzlichen Vorgaben für Lärmschutz entspricht. Nur die Spiele mit deutscher Beteiligung werden auf dem Weißekreuzplatz zu sehen sein.

Nach Informationen der HAZ kommen Bezirksratspolitiker jetzt ins Grübeln. Einige aus SPD und CDU schwenken bereits um, haben aber auch Sorge, beim Hin und Her das Gesicht zu verlieren. Die Stadtspitze signalisiert, dass sie sich dem Urteil des Bezirksrats anschließen werde. Prinzipiell könnte die Verwaltung den Beschluss des Gremiums ignorieren und das Public Viewing genehmigen. 

In der CDU-Ratsfraktion fragt man sich, woher der Schwenk kommt. Die Christdemokraten argwöhnen, dass die Stadtverwaltung den Gastronomen um Kirchner, dem eine Nähe zur SPD nachgesagt wird, noch eine Chance geben will. „Warum wird die Ausrichtung des Public Viewings nicht ausgeschrieben?“, wundert sich CDU-Mann Blasczyk. Auch sei es kaum nachvollziehbar, warum die WM-Feier nicht auf dem Trammplatz vor dem Rathaus stattfinden soll. Tatsächlich hat die Stadt dort für viel Geld  Leitungen und Anschlüsse für Verantaltungen legen lassen. „Dass kein anderer Platz geeignet sein soll, halte ich für vorgeschoben“, sagt Blaschzyk.

Von Andreas Schinkel