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Aus der Stadt Bettina Wulff: „Ich wollte Pastorin werden“
Hannover Aus der Stadt Bettina Wulff: „Ich wollte Pastorin werden“
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00:34 21.03.2018
Ordensschwester Tabita (l.), Bettina Wulff und Matthias Görn im Gespraech beim „Sonntalk“ im Forum St. Joseph. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

 Prominenter Besuch im Forum St. Joseph in der List: Beim sogenannten Sonntalk der katholischen Kirchengemeinde hat Bettina Wulff, Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU), am Sonntagmittag über Glaubensfragen gesprochen. Sie ist zwar Protestantin, besucht aber gelegentlich die Gemeinde St. Joseph. Mit auf dem Podium saß Ordensschwester Tabita, die seit etwas mehr als drei Jahren in einem Kölner Kloster lebt – zuvor arbeitete die Hannoveranerin 25 Jahre lang als Friseurin. Rund 100 Zuhörer waren am Sonntag ins Forum an der Isernhagener Straße gekommen.

Während des knapp einstündigen Gesprächs berichtete Wulff von ihrem Jugendwunsch, Pastorin zu werden. „Aber letztlich haben mich die hohen Ansprüche des Studiums abgeschreckt“, sagte sie. Es fehlte das Große Latinum, zudem hatten viele im Freundeskreis angemerkt, sie würde angesichts der immer kleiner werdenden Gemeinden „in die Arbeitslosigkeit hineinstudieren“. Stattdessen wählte Wulff  die Studienrichtung Medienmanagement und wurde PR-Beraterin, blieb der Kirche nach eigener Aussage aber immer treu verbunden.

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Den umgekehrten Weg wählte Schwester Tabita, mit bürgerlichem Namen Nicole Gerhardy. Sie wurde vor 41 Jahren in der Gemeinde St. Joseph getauft. Jahrzehntelang blieb sie der Kirche zwar verbunden, arbeitete schließlich aber als Friseurin – bis Dezember 2014. „Es gab immer etwas in meinem Inneren, das wollte raus“, sagte Schwester Tabita. Nach dem Tod ihrer Mutter besuchte sie immer häufiger das Benediktiner-Kloster in Köln und entschied sich schließlich komplett für das Leben als Ordensfrau. „Ich habe jetzt das gefunden, was ich immer gesucht habe“, sagte sie.

Bettina Wulff und Schwester Tabita sprachen gemeinsam mit Moderator Matthias Görn über die Bedeutung von Nächstenliebe. Wulff war im vergangenen Jahr Reformationsbotschafterin und engagiert sich beim Notruf Mirjam für Schwangere und Mütter. „Das ist mein kleiner Beitrag zur Nächstenliebe“, sagte Wulff beim Sonntalk. Für Schwester Tabita fängt der Begriff bereits im Kleinen an. „Es kann schon das Lächeln sein, das wir dem Busfahrer zuwerfen“, sagte sie. Im Kloster bieten die Schwestern zudem eine kostenlose Essensausgabe für Bedürftige an. „Wenn wir uns alle die Hände reichen“, sagte die Ordensfrau, „dann setzen wir ein Zeichen für mehr Frieden und Miteinander.“

Von Peer Hellerling

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