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Aus der Stadt Bezirksrat stimmt für die „Leinewelle“
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat stimmt für die „Leinewelle“
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00:16 22.06.2018
So soll die stehende Welle auf der Leine in Höhe Flohmarktparkplatz aussehen.
So soll die stehende Welle auf der Leine in Höhe Flohmarktparkplatz aussehen. Quelle: Vereine Leinewelle
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Hannover

Der Traum hannoverscher Surf-Fans, auf einer stehenden Welle in der Leine zu reiten, kommt der Wirklichkeit immer näher. Der Bezirksrat Mitte hat am Montagabend einmütig einem sogenannten Gestattungsvertrag zugestimmt. Darin ist unter anderem geregelt, welche Baumaßnahmen die Stadtverwaltung am Hohen Ufer erlaubt, wie die Surfer das Gewässer nutzen dürfen und welche Pflichten der Verein hat. Jetzt muss die untere Wasserbehörde der Regionsverwaltung noch grünes Licht geben. Dann können die Initiatoren rund um den Architekten und Gastronom Heiko Heybey anfangen, Sponsoren für den Bau der Anlage zu gewinnen. Nach Informationen der HAZ hat die Wasserbehörde keine grundsätzlichen Einwände gegen das Vorhaben. „Wir prüfen die Unterlagen“, sagte ein Vertreter der Behörde im Bezirksrat. Weitere Ratsausschüsse diskutieren jetzt über den Vertrag.

Die stehende Welle soll sich nach den neuesten Plänen in Höhe des Flohmarktparkplatzes auftürmen. Dazu ist es nötig, den Flussgrund zu bearbeiten. Vorbild ist die Eisbach-Welle in München, die sich zu einen touristischen Anziehungspunkt entwickelt hat. Das Vorhaben in Hannover hat viele Unterstützer, etwa den Geschäftsführer des Unternehmens Gundlach, Lorenz Hansen. Öffentliches Geld soll nicht fließen.

Der Gestattungsvertrag schreibt vor, dass die Bauarbeiten zwischen drei und sechs Monate dauern dürfen. Eine Verlängerung ist möglich, doch sollte sich alles zu sehr hinziehen, kann die Stadt den Vertrag kündigen. Damit will die Verwaltung verhindern, dass am Hohen Ufer eine endlose Baustelle entsteht. Der Verein Leinewelle muss die Sicherheit der Anlage gewährleisten und übernimmt die Haftung. Heybey betont, dass man die Übersicht behalten werde. „Die Welle wird nur angeschaltet, wenn eine Betreuungsperson anwesend ist“, sagt er.

Der Verein verpflichtet sich weiterhin, einen „Fischpass“ an der Ostseite der stehenden Welle einzurichten. Mit dem Bau der Rinne soll sichergestellt werden, dass Fische an der Anlage vorbeikommen. Dem Fischereiverein reicht das nicht. Er fordert eine Fischtreppe in Höhe des Landtags zum Ausgleich für den Eingriff in das Ökosystem. Heybey ist anderer Ansicht. „Wir haben nachgewiesen, dass wir mit unserer Anlage die Durchgängigkeit für Fische in der Leine nicht gefährden“, sagt er. Insofern sehe er sich auch nicht in der Verantwortung, eine Fischtreppe zu bauen.

Dem Bezirksrat ist wichtig, dass am Ufer keine Dixieklos aufgereiht werden. Die Leinewelle-Initiatoren hätten ein WC auf dem Flohmarktparkplatz errichtet, doch das Grundstück soll frei bleiben für eine mögliche Bebauung. Surfer sollen sich nun in umliegenden öffentlichen Toiletten erleichtern.

Von Andreas Schinkel