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Aus der Stadt Kommt in Hannover das 1-Euro-Ticket?
Hannover Aus der Stadt Kommt in Hannover das 1-Euro-Ticket?
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00:17 11.01.2018
Das Ampelbündnis im Rat will mit dem Jahresticket mehr Menschen zum Umsteigen auf Busse und Bahnen bewegen.   Quelle: HAZ
Hannover

Um die Luftqualität in Hannover zu verbessern und pauschale Fahrverbote zu vermeiden, hat die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP am Montag im Umweltausschuss ein Bündel an Vorschlägen auf den Tisch gelegt. Darunter viele bekannte Maßnahmen wie einen besseren Verkehrsfluss. Neu ist: Die Region wird aufgefordert, den Preis für das Jahresabo im öffentlichen Nahverkehr auf 365 Euro zu senken (von bisher 630 Euro für eine Zone). Die Summe ist symbolisch, es wäre ein Euro pro Tag.

„Das hat in Wien bestens funktioniert und dem öffentlichen Nahverkehr deutlich mehr Kunden beschert“, sagt SPD-Umweltpolitiker Philipp Kreisz. Für die Grünen ist das Billigticket ein Mittel, die Zahl der Autos in der Stadt zu reduzieren. Die CDU meint, dass die öffentlichen Subventionen für ein solches Angebot zu hoch seien. „Das rechnet sich nur, wenn Massen von Menschen umsteigen, aber schon jetzt sind die Kapazitäten auf manchen Linien ausgeschöpft“, sagt CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Besser sei es, an Smog-Tagen ein günstiges Bus- und Bahn-Ticket anzubieten. Beschlossen wurden die Forderungen der Ampel am Montag nocht nicht, die CDU meldete Beratungsbedarf an.

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Jahresabo derzeit für 630 Euro

Was das Ein-Euro-Ticket bringt, zeigt der Blick nach Wien – dort ist das Jahresabo für 365 Euro eingeführt. Wien hat erheblich mit dreckiger Luft zu kämpfen. Die Alpenmetropole erstickt im Autoverkehr, und weil die Stadt wächst und ständig Neubürger zuziehen, steigt auch die Zahl der zugelassenen Autos. 2013 hat daher die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) das Experiment gewagt, über das jetzt auch in Hannover nachgedacht wird: Preise für den öffentlichen Nahverkehr runter, damit der Umstieg vom Auto attraktiv wird. Der Preissprung zu den 365 Euro allerdings war in Wien nicht so groß, wie er in Hannover wäre: In Wien kostete das Jahresabo 2012 nur 449 Euro, in Hannover kostet das Mobil-Card-Jahresabo bisher 630 Euro für eine Zone.

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Der Effekt in Wien: Dort stiegen die Benutzerzahlen im Nahverkehr rasant, von 373 000 Jahreskartenbesitzern (2012) auf 648 227 (2017). Zugleich stiegen unterm Strich sogar die Einnahmen. Zwar kostet jede Jahreskarte 84 Euro weniger, der starke Anstieg der Nutzerzahlen aber macht das mehr als wett.

Trotzdem ist das Projekt natürlich ein Zuschussgeschäft, wie unter anderem die Wiener Tageszeitung „Die Presse“ süffisant vorrechnet. Denn schließlich müssen mehr Fahrzeuge am Start sein, es steigen die Kosten für Energie und Personal. Um 51 Millionen Euro erhöhten sich die jährlichen Zuschüsse für den Nahverkehr (allerdings gab es parallel Streckenausweitungen), dazu kamen Bundeszuschüsse für den Ausbau des Fuhrparks, weil die vielen Tausend Mehrnutzer ja auch transportiert werden wollen.

Preissenkung für gutes Klima?

Auch in Hannover steigt die Zahl der zugelassenen Autos kontinuierlich: Seit 2008 ist sie um 11 Prozent nach oben geklettert. Den Nahverkehr attraktiver zu machen, dazu soll die Preissenkung dienen, die die Stadtpolitik vorschlägt. Nur: Zuständig für den öffentlichen Nahverkehr ist nicht die Stadt, sondern die Region, und da zweifelt Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz an der Idee. „Ich habe nie verstanden, was daran gut fürs Klima sein soll, wenn man die Preise senkt“, sagt Franz. Hannover habe „einen der preisgünstigsten Nahverkehre in Deutschland“, auch wenn der Einzelfahrschein als relativ teuer gelte. „Die meisten, die kein GVH-Abo haben, nutzen ohnehin die Tageskarte“, sagt Franz. Die Beförderungszahlen seien seit der Regionsgründung 2002 von etwa 160 auf mehr als 200 Millionen im Jahr gestiegen, durch Sonderangebote wie Jobtickets oder das Sozialticket gebe es genug preisgünstige Varianten, mit denen der GVH-Nutzer nicht mehr weit von der Ein-Euro-pro-Tag-Lösung entfernt sei.

Was eine radikale Preissenkung in Hannover für wirtschaftliche Auswirkungen hätte, müsste die Region zunächst berechnen. So viel aber lässt sich sagen: Etwa 400 Millionen Euro kostet der Nahverkehr regionsweit pro Jahr. Der Kostendeckungsgrad beträgt regelmäßig etwa 50 Prozent, sodass etwa die Hälfte über den Fahrscheinverkauf hereinkommt, die andere von Region, Land und Bund bezahlt wird. „Dafür liefern wir ein mehrfach ausgezeichnetes Angebot“, sagt Franz. Zuletzt hatte Hannovers Nahverkehr beim Mobilitätsranking des ADAC bundesweite Spitzenwerte erreicht. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir noch günstigere Tarife schaffen“, sagt Franz.

„Brauchen Verkehrswende“

Für die Mehrheitsfraktionen im Rat aber ist das Ein-Euro-Projekt ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu besserer Luft. „Wir brauchen eine Verkehrswende“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Radler, Fußgänger sowie Busse und Bahnen müssten Vorrang haben. Zudem hat sich das Ampel-Bündnis dazu durchgerungen, die blaue Plakette in ihren Forderungskatalog aufzunehmen. Sie soll dafür sorgen, dass nur schadstoffarme Dieselmotoren in die City fahren dürfen. Die FDP hat darauf geachtet, dass die Formulierung nicht zu scharf ausfällt: Nur wenn Fahrverbote unumgänglich und in Berlin die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen seien, solle die blaue Plakette eingeführt werden.

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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