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Aus der Stadt Hannoverscher Rat steht vor Zerreißprobe
Hannover Aus der Stadt Hannoverscher Rat steht vor Zerreißprobe
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00:32 18.06.2018
Die Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Schostok belasten die Zusammenarbeit im Rat.
Die Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Schostok belasten die Zusammenarbeit im Rat. Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) drohen das Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP im hannoverschen Rat zu zerreißen. Bei den Grünen wachsen die Vorbehalte gegen Schostok. Der Oberbürgermeister solle sich in den Urlaub verabschieden, fordern sie. „Damit würde er dazu beitragen, dass Ruhe ins Rathaus einkehrt statt Verwirrung“, sagte Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis.

Die SPD-Spitze attackierte daraufhin den jahrzehntelangen Bündnispartner. „Wenn die Grünen weiter daran festhalten, wird es kein Ampel-Bündnis mehr geben“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Eine Zusammenarbeit im Rat gebe es nur gemeinsam mit dem Oberbürgermeister. Für SPD-Fraktionsvize Lars Kelich ist das Verhältnis zu den Grünen bereits beschädigt. „Ich bin gespannt, wie sie das Vertrauen zu uns und zum OB wiederherstellen wollen“, sagt er.

Die Grünen treffen sich nach Informationen der HAZ am Dienstag zu einer Krisensitzung. Dabei wollen sie ausloten, wie stark der Rückhalt für Schostok in ihren Reihen noch ist. Auch über eine mögliche Abwahl des Verwaltungschefs soll diskutiert werden.

Ebenso wie die Grünen hatte auch die FDP gefordert, dass Schostok in den Urlaub gehen solle. Jetzt wollen die Liberalen abwarten. „Wenn der OB, wie von ihm angekündigt, den Anfangsverdacht nächste Woche entkräftet, braucht er keinen Urlaub“, sagt FDP-Parteichef Patrick Döring. Sollte das nicht gelingen, müsse man neu nachdenken.

Schostok wird der Untreue verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft geht der Frage nach, wie viel er von den rechtswidrigen Gehaltszulagen für seinen engsten Mitarbeiter, OB-Geschäftsbereichsleiter Frank Herbert, gewusst hat. Schostoks Büro und seine Wohnung wurden durchsucht. Der Oberbürgermeister denkt nicht daran, sein Amt ruhen zu lassen.

Von Andreas Schinkel