Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Das wünschen sich Anwohner für den Weißekreuzplatz
Hannover Aus der Stadt Das wünschen sich Anwohner für den Weißekreuzplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 22.05.2018
Projektleiter Ulrich Berling freut sich über das Interesse der Anwohner an der Infoveranstaltung am Weißekreuzplatz Quelle: Heiko Randermann
Hannover

Wenn Ute Wrede aus ihren Wohnungsfenstern blickt, dann schaut sie genau auf das Nordende des Weißekreuzplatzes in der Oststadt. Dort sieht sie die Trinkerszene, die sich täglich hier sammelt, auf den Bänken sitzt, Musik hört. Und sie sieht auch die schwarz gekleideten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, die dafür sorgen, dass der Lärm sich im Rahmen hält. Aber nur bis 20 Uhr, nachts ist keiner da. „Manchmal ist es sehr schlimm“, sagt Wrede. Dann wird sie vom Gegröhle oder Musik auch um 3 Uhr nachts wach.

Es ist Ärger wie dieser, der viele Anwohner umtreibt und den sie auch auf der Infoveranstaltung am Sonnabendmittag auf dem Weißekreuzplatz vortragen. Lärm, freilaufende Hunde von Obdachlosen, Dreck und Kot von Hunden und Menschen in den Büschen. Die Stadt hat das Büro Plan zwei beauftragt, die Wünsche von Anwohnern, Geschäftsleuten, Sozialarbeitern, aber auch Obdachlosen einzubeziehen, um den –wie es offiziell heißt –Nutzungskonflikt des Platzes zu befrieden.

Mehrere Gesprächsrunden hat es bereits gegeben, es haben sich Arbeitsgruppen gebildet um drei Themenbereiche: Den Nutzungskonflikt, die Gestaltung des Platzes und die Frage, wie man ihn beleben kann. So sind etwa Nachbarschaftspicknicks angedacht oder auch ein Open-Air-Kino. Was aber keiner der Anwohner bei der Infoveranstaltung will, ist ein öffentliches Fußballgucken, ein Public Viewing, auf dem Platz. „Das ist eine absolute Unmöglichkeit“, sagt Rainer Zak. Seine größte Sorge ist, dass der Platz immer weiter für Veranstaltungen geöffnet werden könnte, seien es Konzerte oder Feiern. Die Begehrlichkeiten –das hätten die Diskussionen der vergangenen Wochen gezeigt –würden steigen. „Wenn es so kommt, dann gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: Den Gerichtsweg einzuschreiten oder wegzuziehen“, so Zak.

Wegziehen –das ist eine Möglichkeit, über die viele hier offenkundig schon öfter nachgedacht haben. Aber zum einen wollen sie die Wohnlage nicht einfach aufgeben und zum anderen ist der Wohnungsmarkt in Hannover derzeit so angespannt, dass das auch nicht einfach so zu machen ist. Daher überlegen viele, wie sie sich den Weißekreuzplatz zurückerobern können. „Ein Spielplatz hier wäre toll“, sagt eine Anwohnerfamilie, die mit ihren sechs und acht Jahre alten Kindern zur Infoveranstaltung gekommen ist. Dann gäbe es auch für sie einen Grund, länger zu verweilen.

Im Kern laufen die Forderungen der Anwohner aber immer wieder auf den gleichen Punkt hinaus: Die Regeln, die es für den öffentlichen Raum gibt, sollen eingehalten werden. Das Planungsbüro hat auf einem Bogen zusammengefasst, was für viele selbstverständlich ist: „Wir vermeiden Lärm, der andere stören könnte“, steht da oder „Wir halten den Platz sauber“. Manche wünschen sich auch ein Alkoholverbot – das allerdings sei bei der derzeitigen rechtlichen Lage nur schwer umzusetzen, heißt es von Mitarbeitern des Planungsbüros.

Der Knackpunkt des Problems ist aber ein anderer: Wer fordert die Regeln ein, wenn sie gebrochen werden? Wer greift auch mal durch, wenn es nötig ist? „Das ist ein schmaler Grat“, räumt Ulrich Berding vom Planungsbüro Plan zwei ein. Die Polizei könne nur bei Straftaten handeln. „Und es bringt auch nicht viel, Bußgelder für Personen auszusprechen, die kein Geld haben.“

Viel Hoffnung ruht jetzt auf dem Ordnungsdienst, den die Stadt derzeit aufbaut. Der soll für die Anwohner per Telefon zu erreichen sein, wünschen sich einige, und dann auch in der Lage sein, Platzverweise auszusprechen. Doch er soll nicht martialisch auftreten, sondern eher eine freundliche Ansprache wählen – denn es gehe nicht darum, die Obdachlosen zu vertreiben, meint Ute Wrede. Eine Haltung, die Berding bei vielen Anwohnern wahrgenommen hat: Die Forderung, die Obdachlosen einfach zu vertreiben, werde nicht geäußert. Jedem sei klar, dass man das Problem damit nur verlagern würde –und dann müsste man mit der Arbeit, die man am Weißekreuzplatz bereits weit geführt hat, an anderer Stelle von vorne anfangen.

Von Heiko Randermann

Tee, Scone und Fähnchen beim Royal Viewing im GOP ist alles very british. Und das Kleid der Braut erweckt das meiste Interesse.

19.05.2018

Anlässlich des diesjährigen kurdischen Volkstanzfestes sind am Sonnabend rund 300 Tänzer durch die Innenstadt von Hannover gezogen. Der Tanzwettbewerb findet bis Sonntag im Pavillon statt.

22.05.2018

Drei Frauen und sechs Männer zeigten bei der Niedersächsischen Luftgitarren-Meisterschaft in Osnabrück ihr Können. Gewinnen konnte nur eine – eine 33-jährige Social-Media-Managerin aus Hannover.

22.05.2018