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Aus der Stadt Bürger werden nach Ideen fürs Steintor befragt
Hannover Aus der Stadt Bürger werden nach Ideen fürs Steintor befragt
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00:20 19.06.2018
Mit ihrem Doppeldeckerbus macht das Moderatorenteam auch an der Marktkirche halt, um die Menschen nach ihren Ideen zum Steintorplatz zu befragen. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Besonders beliebt scheint der Steintorplatz bei den Hannoveranern nicht zu sein – vorsichtig gesagt. „Ungemütlich“, „gesichtslos“, „ungepflegt“, „eine ewige Baustelle“, so charakterisieren Bürger das Steintor. Zu lesen sind die Begriffen auf den ersten Fragebögen, die das Moderationsbüro Urban Catalyst an eine Pinnwand geheftet hat. Die Wand steht vor der Marktkirche, nebenan eine Anzahl bunter Holzhocker. „Wir gehen auf die Leute zu und fragen sie, wie sie den Charakter mehrerer Plätze in Hannover beschreiben würden“, sagt Christoph Walter vom Moderationsteam. Zudem frage man nach ersten Wünschen für den Steintorplatz. Das Steintor, so wird sichtbar, schneidet am schlechtesten ab, dicht gefolgt vom Goseriedeplatz, der ebenfalls als „öde“ erlebt wird.

Die Bürgerbeteiligung zum Umbau des Steintors hat begonnen. Insgesamt eine halbe Million Euro lässt sich die Stadt das Verfahren kosten. Das Ganze gliedert sich in mehrere Phasen, derzeit sehen sich die Moderatoren in einer „Erkundungsphase“. Das bedeutet: Mit einem Doppeldeckerbus steuern sie verschiedene Cityplätze an, stellen dort ihre Hocker und Pinnwände auf und versuchen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. An diesem Sonnabend ist die erste Tour gestartet, am kommenden Sonnabend, 23. Juni, geht es in die nächste Runde.

Bei den Ideen für den Umbau des Steintorplatzes sollen auch die Bürger mit einbezogen werden.

Vor der Marktkirche ist an diesem Nachmittag nicht viel los. Doch der Bus und die mobile Sitzgruppe machen einige Einkaufsbummler neugierig. „Es ist gut, dass Ideen gesammelt werden. Auf den Steintorplatz sollte kein Beton hingestellt werden“, sagt ein Mann mittleren Alters. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. „Der Platz sollte grüner und gemütlicher werden“, meint Patrick Heitzmann. Eine Bebauung kann auch er sich nicht vorstellen. Einig ist man sich, dass der Platz eine Neugestaltung verträgt. „Ich fahre nur mit dem Rad über die Fläche“, sagt Maike Riemer. Schmutzig und wenig einladend komme ihr das Areal vor. „Die trennende Mauer auf dem Platz müsste entfernt werden“, sagt Heitzmann. Auch die Treppe im Westen des Platzes Richtung Lange Laube störe ihn.

Auf der Ideen-Pinnwand finden sich weitere Anregungen. Sitzgelegenheiten und Tische sollten auf dem Steintorplatz installiert werden, findet ein Bürger, auch ein paar Bäume könnten nicht schaden. Noch mehr Cafés, Dönerbuden und Handyläden brauche man aber nicht, schreibt ein anderer. Sauberer und freundlicher müsste das neue Steintor sein, ein Treffpunkt und Veranstaltungsort für alle. „Eigentlich braucht es gar nicht so viele Veränderungen“, sagt Birgit Ponnet, die ebenfalls ihre Ideen auf der Pinnwand verewigt hat.

Spannend wird es nach den Sommerferien. Dann beginnt die sogenannte Aktionswoche auf dem Steintorplatz vom 12. bis 16. September. Die Wünsche und Ideen der Bürger werden sofort umgesetzt, Anregungen sogleich ausprobiert. „Wir sind mit einem Team von Handwerkern, Architekturstudenten und Materialen vor Ort“, sagt Robin Höning, der ein alternatives Platzprojekt in Linden mitgestaltet. Wenn etwa der Wunsch nach einer Schaukel und anderen Spielelementen besteht, könne man diese sofort montieren. Oder wenn überlegt wird, ob ein Wasserspiel dem Platz guttut, baue man eben eine Brunnen-Attrappe. „Wir können auch gastronomische Angebote oder Veranstaltungen probeweise organisieren“, sagt Höning. Alles sei möglich, Ideen sind gefragt.

Von Andreas Schinkel

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