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Aus der Stadt Einbrecher nach wilder Verfolgungsjagd gestellt
Hannover Aus der Stadt Einbrecher nach wilder Verfolgungsjagd gestellt
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01:45 09.03.2018
Alket B. (2.v.l.) wird von Anwalt Jochen Stein vertreten, der Angeklagte Sebastjan D. (2.v.r.) von Verteidiger Christoph Rautenstengel. In der Mitte sitzt Dolmetscherin Nora Murtezaj. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

 Die Szenen, die sich an einem Freitagabend im November 2017 im Bemeroder Emslandviertel abspielten, waren filmreif. Ein Ehepaar, 44 und 48 Jahre alt, war gegen 18 Uhr vom Einkaufen heimgekehrt und hatte Licht in einigen Zimmern bemerkt. Dann der Schock: Es waren Einbrecher im Haus. Aufgeschreckt von den Heimkehrern flüchteten zwei Männer durch die Terrassentür, zunächst verfolgt vom Ehemann, später von einem 30-jährigen Zeugen, der in einem Auto gesessen hatte. Die Hatz ging quer durch Straßen und Gärten im Emslandviertel, dabei wurde der 30-Jährige mehrfach mit einem Schraubenzieher bedroht; erst an der Ecke von Emslandstraße und Wülfeler Straße konnten vier Streifenpolizisten die Einbrecher stellen.

Am Dienstag sollten sich Alket B. (26) und Sebastjan D. (22) vor einem Schöffengericht am Amtsgericht wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl und dreifacher Nötigung verantworten. Doch der Prozess platzte, weil ein Laienrichter fehlte und selbst mit polizeilicher Hilfe nicht aufzutreiben war. So mussten nach einstündiger Wartezeit auch die sieben Zeugen, die der Vorsitzende Richter Ulrich Kleinert geladen hatte, wieder unverrichteter Dinge abziehen. 

Die Täter waren offenbar durch ein Hauswirtschaftsfenster, das sie aufgehebelt hatten, in das Eigenheim eingedrungen. Bei dem Einbruch ließen sie Schmuck, eine teure Winterjacke und Schuhe sowie ein Mobiltelefon, ein Tablet und Schlüssel mitgehen. Einen Teil der Sachen verloren sie auf der Flucht, der Rest wurde später sichergestellt. Bei der Verfolgungsjagd nutzten die Männer auch ein in einem Garten stehendes Trampolin, mit dessen Hilfe sie einen zwei Meter hohen Zaun überwanden. Der 30-jährige Zeuge, dem die Diebe dreimal einen Schraubenzieher vor die Nase hielten, soll dabei den von einem Täter an seinen Kumpanen gerichteten Satz gehört haben: „Mach ihn fertig.“

Die aus Albanien stammenden Alket B. und Sebastjan D. sitzen seit dem 3. November 2017 in Untersuchungshaft. Sollten sie in dem für Mai neu terminierten Verfahren verurteilt werden, droht ihnen eine erhebliche Verlängerung ihres Gefängnisaufenthalts.

Von Michael Zgoll

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