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Aus der Stadt Breiter Widerstand gegen Sparpläne bei Regiobus
Hannover Aus der Stadt Breiter Widerstand gegen Sparpläne bei Regiobus
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18:05 26.01.2018
Mehrere Regiobus-Linien stehen auf der Streichliste, etwa die Linien 320, 360, 380 und 382.
Mehrere Regiobus-Linien stehen auf der Streichliste, etwa die Linien 320, 360, 380 und 382. Quelle: r.mischer@ndz.de
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Hannover

 Bei der Regiobus müssen ausweislich der Ergebnisse eines Gutachtens Kosten sinken und Einnahmen steigen, damit das Unternehmen von der Region direkt die Konzession für den Busverkehr ab dem Jahr 2020 erhalten kann und sich nicht dem Wettbewerb stellen muss. Die Regiobus fährt vor allem im Umland Hannovers, einige Linien führen aber auch in die Landeshauptstadt.

Die Regionsverwaltung und die Politik werfen sich für die Regiobus in die Bresche. „Wir wollen das Unternehmen gemeinsam mit den Beschäftigten zukunftsfähig ausrichten“, hat Regionspräsident Hauke Jagau gesagt. Betriebsbedingte Kündigungen beim Personal seien kein Thema. Auch soll in allen Ortsteile in der Region in den Hauptverkehrszeiten stündlich ein Bus verkehren.

Andererseits gibt es neben einzelnen Verbesserungen beim Angebot auch eine Streichliste. Unter dem Strich, so haben es Gutachter empfohlen, sollen die Busse der Regiobus jährlich insgesamt 1,4 Millionen Fahrkilometer weniger zurücklegen. Dazu könnten Verbindungen komplett gestrichen oder in verkehrsschwachen Zeiten werktags und am Wochenende ausgedünnt werden.

Bei Informationsveranstaltungen in den Städten haben die Verkehrsexperten der Region die Pläne vorgestellt. Die Reaktion fällt fast einhellig aus: Ablehnung. Sie kommt vor allem aus Ortsräten, aber auch aus Rathäusern. „Ein rein wirtschaftlich ausgerichtetes Konzept führt dazu, dass die ohnehin benachteiligten Randlagen der Region weiter geschwächt werden“, schreibt beispielsweise die Stadt Springe und trifft damit ziemlich genau den allgemeinen Tenor. Viele Ortsräte wie etwa der von Wunstorf-Liehte befürchten Nachteile für Pendler und vor allem auch für auf den Busverkehr angewiesene Jugendliche und Senioren.

In Hannover hat die FDP-Ratsfraktion ein Gipfeltreffen von Verwaltungsvertretern aus Stadt und Region angeregt, um den öffentlichen Nahverkehr besser abzustimmen. „Wenn bei der Regiobus Linien wegfallen, erhöht sich der Autoverkehr, und das ist für Hannover schlecht“, sagtFraktionschef Wilfried Engelke. Schließlich habe die Stadt alle Hände voll zu tun, die Luftverschmutzung zu bekämpfen. 

Viel Zeit ist jedoch nicht mehr, weil es Fristen gibt, innerhalb derer die Region ihre Pläne für eine Direktvergabe an die Regiobus öffentlich bekannt machen und die Voraussetzungen dafür nennen muss. Der Beschluss über die Änderungen im Busverkehr fällt deshalb am 6. März in der Regionsversammlung, zuvor berät am 22. Februar der Verkehrsausschuss.

Von Bernd Haase