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Aus der Stadt Hannover: Freie Träger schlagen Alarm
Hannover Aus der Stadt Hannover: Freie Träger schlagen Alarm
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00:15 17.08.2018
„Wir sitzen alle in einem Boot“: Der Paritätische Hannover lädt Ratspolitik und Verwaltung zu einem ungewöhnlichen Arbeitstreffen  ein.
„Wir sitzen alle in einem Boot“: Der Paritätische Hannover lädt Ratspolitik und Verwaltung zu einem ungewöhnlichen Arbeitstreffen ein. Quelle: Rainer Droese
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“Freie Träger: Eine unverzichtbare Spezies –Vom Aussterben bedroht !?“ Der Titel einer neuen Broschüre des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hannover ist etwas zugespitzt formuliert. Der Hintergrund allerdings ist tatsächlich ein ernster: Immer mehr Freie Verbände, die zum Teil seit bis zu 30 Jahren bestehen , haben offenbar Schwierigkeiten damit, neues Personal zu finden. Grund genug für den Paritätischen, zu einer Tour mit Mitgliedern der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung über den Maschsee zu laden und die eigenen Sorgen und Nöte zu kommunizieren: Schließlich sitze man ja „in einem Boot“.

Auf der einstündigen Fahrt war in Speeddatings dann zum Beispiel von Problemen im Ehrenamt die Rede. Man habe ihr von einem regelrechten „Trägersterben“ in Linden/Limmer berichtet, sagte Kreisverbandsreferentin Bianka Titze. Vorstände dort müssten ihre Aufgabe aus Altersgründen abgeben, Nachfolger, die sich ehrenamtlich engagieren wollten, fänden sich nicht. Eine Lösung, eine hauptamtlich bezahlte Geschäftsstelle, die Aufgabenbereiche übernehme, sei, so Titze, ohne städtische Hilfe nur schwer zu finanzieren.

Damit nicht genug werde es auch im hauptamtlichen Bereich schwieriger, Posten zu besetzen. Der Grund: die Freien Träger, abhängig von den zumeist alljährlichen Haushaltplanungen der Stadt, vergäben oft nur auf ein Jahr befristete Verträge. Dazu würden die Höhe der städtischen Zuwendungen jahrelang eingefroren, die Stadt gebe die Gehaltssteigerungen durch Tarifverträge oft nicht an die Beschäftigten der Freien Träger weiter. Gerade für junge Leute seien solche Arbeitsplätze oft nicht mehr attraktiv, so Titze. Längerfristige, leistungsbezogene Verträge und dynamisierte Zuwendungen könnten Abhilfe schaffen.

Allein unter dem Dach des Paritätischen versammeln sich 180 Organisationen, 30 davon erhalten nach eigenen Angaben Zuwendungen der Stadt in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro.

Von Jutta Rinas