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Aus der Stadt Konzert erinnert an Auschwitz-Befreiung
Hannover Aus der Stadt Konzert erinnert an Auschwitz-Befreiung
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08:56 28.01.2018
Marktstrasse: Andor Iszak dirigiert den Chor der Kirchengemeinde Keitum auf Sylt und den Deutsch-Russischen Chor beim Gemeinschaftsauftritt in der  Marktkirche.
Marktstrasse: Andor Iszak dirigiert den Chor der Kirchengemeinde Keitum auf Sylt und den Deutsch-Russischen Chor beim Gemeinschaftsauftritt in der  Marktkirche. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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  Schon lange, bevor Alexander Ivanov an der Orgel mit dem Festpräludium des Komponisten Louis Lewandowski den Abend eröffnete, waren die Bankreihen in Hannovers größter Kirche gut gefüllt. „Musik der Synagoge erklingt im Hause ihrer Schwester, der Kirche. Sie zündet ein Licht an, wenn das Herz in der Dunkelheit zu verzagen droht“, sagte Superintendent Thomas Höflich zur Begrüßung beim Konzert zum Auschwitz-Gedenktag. Dieses Mal dirigierte Andor Iszak, Leiter des europäischen Zentrums für jüdische Musik, den Chor der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Severin in Keitum auf Sylt sowie den Deutsch-Russichen Chor.

Der Landessuperintendent für den Sprengel Hildesheim-Göttingen, Eckhard Gorka, ging in seiner Ansprache auf die Diskussionen um die Frage ein, ob der Besuch einer Holocaust-Gedenkstätte für junge Menschen Pflicht sein sollte. „Kein Lehrbuch, kein Dokumentarfilm schafft, was ein Besuch erreicht – demütiges Schweigen über das Unbegreifliche“, sagte Gorka. Das Gedenken empfinde er als Pflicht: „Wir zeigen Empfindsamkeit, Demut und Scham.“ Die Musik in der Kirche lasse sinnbildlich erleben, wie die „wunderbaren Lewandowski-Psalmen jedes Gebrüll übertönen.“

Von Bernd Haase