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Aus der Stadt Hannovers katholische Hauptkirche wird 300 Jahre alt
Hannover Aus der Stadt Hannovers katholische Hauptkirche wird 300 Jahre alt
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00:15 24.01.2018
„Zukunft würdigt Geschichte“: Propst Martin Genge (Mitte) eröffnete mit dem Festgottesdienst das Jubiläumsjahr der Basilika St. Clemens. Quelle: Schaarschmidt
Hannover.

Als die Kirche anno 1718 geweiht wurde, musste das ohne viel Aufhebens vonstatten gehen: Bauherr Agostino Steffani musste versprechen, dass von der Weihe außerhalb der Kirche nichts zu sehen sein würde, um die Protestanten nicht zu vergrätzen. Kaum 300 Jahre darauf waren diese zahlreich beim Festgottesdienst beim Jubiläum von Hannovers katholischer Hauptkirche vertreten, allen voran v. Sie erlebten in der Basilika St. Clemens einen Gottesdienst mit allem sinnlichen Reichtum, der einer katholischen Messe zu Gebote steht.

Regionalkantor Nico Miller lässt in diesem Festgottesdienst die Orgel brausen, Meßdiener in langen Gewändern ministrieren am Altar, und Sopranistin Charlotte Jarosch von Schweder intoniert von der Empore Bachs „Jauchzet Gott in allen Landen“. Der „fünfte Evangelist“ Bach gilt zwar gemeinhin als Ikone des Protestantismus, doch seine Kantate wirkt wie eigens komponiert für das barocke Ambiente von St. Clemens.

So feierlich war der Gottesdienst zum 300. Geburtstag der Clemenskirche

Rund 400 Besucher drängen sich in der überfüllten Kirche; wegen des großen Andrangs wird die Messfeier außerdem ins benachbarte Tagungshaus live übertragen. Für viele ist diese Kirche ein besonderer Ort; da ist es Ehrensache, dass man bei ihrem Geburtstag dabei ist: „Die Basilika ist ja so etwas wie der kleine Dom von Hannover“, sagt Margret Konert, die eigens aus Ronnenberg hierhergekommen ist. 

In seiner Predigt geht Propst Martin Tenge auf das Motto „Zukunft würdigt Geschichte“ ein, unter dem die Katholiken den 300. Geburtstag der Basilika im Jubiläumsjahr mit Dutzenden von Konzerten, Vorträgen und Festen feiern: Man müsse sich auch den Schattenseiten der Vergangenheit stellen, um nach vorne schauen zu können, sagt Tenge. Hannovers oberster Katholik bricht außerdem eine Lanze für die Ökumene, für den interreligiösen Dialog – und für die Integration von Zuwanderern. „St. Clemens ist eine Migrationskirche“, sagt Tenge im Blick darauf, dass schon 1718 vor allem französische und italienische Höflinge zur Gemeinde gehörten. „Rund 100 Jahre nach dem Bau der Kirche lebten in Hannover nur 280 Katholiken.“ 

Den Einsatz der Kirche für Zuwanderer und sozial Schwache würdigt auch Migrationsbeauftragte Doris-Schröder Köpf in einem Grußwort, das allerdings nur verlesen wird – Schröder-Köpf hat bei der SPD in Bonn zu tun. „St. Clemens steht für Internationalität und Weltoffenheit“, befindet auch Bürgermeisterin Regine Kramarek. Katholische Organisationen wie Malteser und Caritas seien „unverzichtbarer Teil der sozialen Stadt Hannover“. Um die Zukunft der Basilika macht Kramarek sich keine Sorgen: „Ich bin guter Hoffnung, dass viele weitere Hundert Jahre dazukommen werden.“

Von Simon Benne

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