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Aus der Stadt Vorbehalte gegen Lindenberg als Ehrensenator
Hannover Aus der Stadt Vorbehalte gegen Lindenberg als Ehrensenator
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00:18 18.01.2018
Keiner will die Laudatio auf Wilhelm Lindenberg als neuen Ehrensenator der Fidelen Ricklinger halten.  Quelle: Wilde/Montage HAZ
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Hannover

Am Sonnabend feiern die „Fidelen Ricklinger“ ihre jährliche Prunksitzung im Fritz-Haake-Saal im Freizeitheim Ricklingen mit Tanzeinlagen, Büttenreden, Gastauftritten und Stimmungsmusik. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählt regelmäßig die Ernennung des Ehrensenators. Weil das in diesem Jahr der ehemalige Üstra-Personalvorstand Wilhelm Lindenberg ist, fällt sie etwas anders aus als üblich.

 Traditionsgemäß halten Vorgänger oder Vorgängerin die Laudatio. Diese Rolle hätte mithin die frühere niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz übernehmen sollen, nimmt aber Abstand. Ricklingens stellvertretender Bezirksbürgermeister Michael Dette will gar nicht erst zur Sitzung erscheinen. Anlass sind die Querelen bei der Üstra rund um Busbestellungen und Auftragsvergaben, die im Dezember zur Freistellung des Vorstandes geführt hatten. „Ich bin auch stellvertretender Regionspräsident. Die Region hat gewollt, dass ein neuer Üstra-Vorstand gewählt wird. Da kann ich in dieser Situation nicht beim Karneval applaudieren“, sagt Dette. Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette wird ebenfalls passen. 

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Am Sonnabend feiern die Fidelen Ricklinger ihren neuen Ehrensenator, den ehemaligen Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg. Mehrere Laudatoren haben indes abgesagt.

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Jürgen Scheele, Präsident der „Fidelen Ricklinger“, sieht keinen Anlass, vom Ehrensenator abzurücken: „Lindenberg hat kein Verbrechen begangen, aber sich um den Karneval verdient gemacht.“ Die Entscheidung, ihn zu ernennen, sei bereits vor einem Jahr gefallen. Es habe dann noch einmal eine Rücksprache gegeben. „Wir Karnevalisten machen keine Politik, aber stehen zu unserem Wort. Der künftige Ehrensenator freut sich auf die Veranstaltung“, erklärt Scheele.

Lindenberg ist der 39. Ehrensenator bei der Ricklinger Karnevalsgesellschaft. Zu seinen Vorgängern zählten unter anderem Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeister Stefan Schostok. Was die Laudatio bei der Veranstaltung am Sonnabend vor einem gut gefüllten Saal angeht, handelt Scheele pragmatisch. „Ich übernehme das selbst“, sagt er.

Von Bernd Haase