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Aus der Stadt Clemens und die Detektive
Hannover Aus der Stadt Clemens und die Detektive
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21:31 14.11.2013
Von Tobias Morchner
Die zwei Kinderkommissare Karl (links) und Clemens (rechts) mit Polizist Michael Mey. Quelle: Surrey
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Hannover

 Mit Detektiven kennen sich die beiden Freunde Clemens und Karl bestens aus. Geschichten von den „Drei Fragezeichen“ oder von „Kalle Blomquist“ hören die beiden fünf und sieben Jahre alten Jungs für ihr Leben gern. Dabei hätten sie sich aber nie träumen lassen, dass sie selbst einmal als Spürnasen in einen echten Kriminalfall verwickelt werden könnten. Doch die Beobachtungen, die die beiden vor Kurzem gemacht hatten, haben jetzt Ermittlungen gegen einen 46-Jährigen und seinen 22 Jahre alten Komplizen in Gang gebracht. Die Männer stehen im Verdacht, für mindestens acht Aufbrüche von Gartenlauben in Groß-Buchholz verantwortlich zu sein.

Zwei kleine Nachwuchsdetektive aus Hannover haben der Polizei am Donnerstag geholfen, zwei Lauben-Einbrecher zu stellen. Dafür belohnten sie Beamten mit einem Ausweis der "Kinder-Polizei".

Die beiden Freunde kennen sich aus dem Kindergarten. Doch obwohl Karl mittlerweile die Schulbank drückt, verabredet er sich, sooft es geht, mit Clemens. Zu Monatsbeginn fiel ihnen beim Fußballspielen ein Mann auf. „Der hat uns durch eine Hecke immer angegrinst“, sagt Clemens. Die Kinder bekamen Angst und verließen den Fußballplatz. „Da ist er uns hinterher geschlichen – wir hatten richtig Angst“, erinnert sich Karl. So schnell sie konnten, rannten die beiden zur nahen Wohnung zurück, in der Clemens lebt, und berichteten der Mutter des Fünfjährigen von ihren Beobachtungen. Plötzlich klingelte es an der Tür.

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Als die Mutter öffnete, stand ein zweiter Mann vor der Tür und bat um ein Taschentuch. Auf Nachfrage gab er an, er benötige das Tuch, weil seine Freundin Nasenbluten habe. „Das alles kam mir sehr merkwürdig vor, trotzdem habe ich ihm schließlich ein Taschentuch gegeben“, sagt Clemens’ Mutter. Doch als der Unbekannte gegangen war, beobachtet die beiden Jungen vom Fenster aus, dass sich der Mann mit dem Taschentuch nicht seiner angeblichen Freundin zuwandte, sondern dem anderen Mann, der den Kindern gefolgt war. „Da haben wir die Polizei gerufen“, sagt die Mutter des Fünfjährigen.

Die Fahndung nach den Verdächtigen war erfolgreich. Eine Stunde nach dem Anruf nahmen Beamte einen der beiden Männer in unmittelbarer Nähe fest. Er war gerade im Begriff, ein am Straßenrand abgestelltes Auto aufzubrechen. Die weiteren Überprüfungen ergaben, dass der Festgenommene in der Vergangenheit regelmäßig mit dem anderen Mann, der den Kindern aufgefallen war, in Kleingartenanlagen in Groß-Buchholz gesehen worden war. Dort waren in der Zeit Gartenlauben aufgebrochen worden.

Am Donnerstag mussten die Nachwuchs-Detektive im Kommissariat Lahe ihre Beobachtungen zu Protokoll geben. Außerdem legten die Beamten den Jungen 16 verschiedene Fotos vor – „alles Leute, die schon mal etwas mit der Polizei zu tun hatten“, wie Karl erklärt. Einen der Männer erkannten die Kinder dabei wieder. Als Dank für ihre Aufmerksamkeit erklärte Polizeikommissar Michael Mey den beiden erst die verschiedenen Funktionen in einem Streifenwagen und überreichte ihnen dann je einen Kinderkripo-Ausweis. „Toll, den nehmen wir jetzt immer als Lesezeichen, damit Mama und Papa wissen, wo wir im Wickie-Buch waren“, sagt Clemens.

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