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Aus der Stadt Hannover: Konzept für Suchtkranke in der City kommt
Hannover Aus der Stadt Hannover: Konzept für Suchtkranke in der City kommt
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19:00 19.11.2018
Seit der Ordnungsdienst der Stadt verstärkt hinter dem Hauptbahnhof kontrolliert, weichen Obdachlose auf den Bereich davor aus. Quelle: Daniel Meier
Hannover

Das Mehrheitsbündnis will der wachsenden Trinker- und Obdachlosenszene in Hannover künftig nicht nur mit einem Sicherheits- und Ordnungsdienst begegnen, sondern auch die Lebenssituation suchtkranker Wohnungsloser verbessern. Ein „Konzept für Suchtkranke in der Innenstadt“ solle einer weiteren Verelendung entgegenwirken und den Betroffenen helfen, neue Perspektiven zu entwickeln, heißt es in einem Haushaltsantrag von SPD, FDP und Grünen, den der Sozialausschuss am Montag beschlossen hat. Das Konzept soll federführend vom Sozialdezernat entwickelt werden. Andere Dezernate, freie Träger wie die Diakonie oder Step sowie das Land sollen einbezogen werden. Auch die Fraktion Die Fraktion hatte von der Verwaltung einen „Masterplan Obdach- und Wohnungslosigkeit gefordert. Sie konnte sich in dem Ausschuss aber nicht durchsetzen.

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Sicherheitsdienste kein Garant für die Befriedung schwieriger Räume in der City seien, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Katrin Langensiepen: „Wir brauchen mehr“. Wie berichtet hat sich die Trinker- und Obdachlosenszene vom Areal hinter dem Bahnhof (Raschplatz, Andreas-Hermes-Platz) zum Teil auf den Bereich vor dem Hauptbahnhof verlagert. Das sei ein Effekt vermehrter Kontrollen, bestätigte die Stadt, man habe die Lage aber im Blick.

Insgesamt 250000 Euro stellt das Mehrheitsbündnis im Doppelhaushalt 2019/2020 bereit, damit „schnellstmöglich“ mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen werden kann. Beinhalten soll es zum Beispiel ein Hygienecenter mit Toiletten, Duschen und Möglichkeiten zum Kleidungstausch und zur Wäsche. Mit Hilfe sogenannter „Little Homes“, kleiner Wohnboxen aus Holz mit Matratze, Regal und Campingtoilette, könnten Obdachlose ein neues Dach über dem Kopf bekommen. Neben konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Suchtkranken erwartet das Mehrheitsbündnis von dem Konzept aber auch Vorschläge für den Umgang mit Obdachlosen in der City. Dazu gehöre unter anderem eine stadtweite Einigung darüber, wo die Aufenthalte von Suchtkranken künftig geduldet werden und wo nicht.

Das Konzept wird flankiert von einer Fülle weiterer Initiativen zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit und Sucht. So sollen die Öffnungszeiten im Stellwerk auf das Wochenende ausgedehnt werden. Mit 25000 Euro sollen der Mecki-Laden, mit jeweils 20000 Euro die Caritas Kältebrücke und der Johanniter Kältebus und mit 35000 Euro die Caritas Straßenambulanz gefördert werden. 5000 Euro soll es ab 2019 für Fahrkarten für Wohnungslose geben. Alle Fraktionen bis auf die AfD hatten in ihren Haushaltsplänen umfangreiche Hilfen für diese Gruppe vorgesehen. Es habe ihn bedrückt, zu hören, dass Udo Niedergerke von der gleichnamigen Stiftung der Stadt bei der Bekämpfung der Wohnungslosigkeit Tatenlosigkeit vorwerfe, sagt Patrick Döring (FDP): „An der Ratspolitik liegt es nicht.“

Von Jutta Rinas

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