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Aus der Stadt Hannover - Made in China
Hannover Aus der Stadt Hannover - Made in China
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11:43 28.10.2015
Von Volker Wiedersheim
Die Straße Changde plant ein neues Quartier - mit Hannover-Straße und Leibniz-Platz. Quelle: Illustration: Wasser Hannover GmbH
Hannover

Eine Perle an der Leine nur für die Hannoveraner? Geliebt bis wohl gelitten bei den Hannoveranern, aber sonst in der Welt (seit der Expo) nicht viel beachtet? Wer das so sieht, der muss jetzt neu nachdenken.

Die chinesische Stadt Changde möchte ein „deutsches Quartier“ in ihrer Stadt errichten. Unter anderem wird über eine geplante „Hannover-Straße“ diskutiert. Eine Kooperation mit Hannover besteht bereits seit dem Jahr 2006.

In China - bevölkerungsreichstes Land der Erde - gibt es die Stadt Changde in der Provinz Hunan. Und deren Verwaltung hat beschlossen, nach hannoverschem Vorbild ein ganzes Stadt- und Einkaufsquartier mit etwa 25 größeren Gebäudeeinheiten zu bauen, mit einer zentralen Fußgängerzone namens Hannover-Straße.

Drei Plätze sollen nach an der Leine geborenen Persönlichkeiten benannt werden, nämlich dem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und den beiden Theatermenschen Frank Wedekind (1864-1918) und Otto Sander (1941-2013).

Dieser Tage wird eine zwölfköpfige Delegation aus Changde bei hannoverschen Unternehmen herumgereicht, man sucht Investoren, Partner für Gemeinschaftsunternehmen, für Geschäfte in den Ladenzeilen, für Hotels und ein Tagungszentrum sowie Ideen für ein Museum namens Hannover-Haus in der neuen Hannover-Straße. Dazu will man noch etwas Stadtentwicklungs-Know-how abgreifen. Gestern war man bei Oberbürgermeister Stefan Schostok zu Besuch. Den chinesischen Bauverwaltungsexperten um Vize-Bürgermeister Lu Wufu zollte der OB mit Blick auf hiesige Verhältnisse charmant Respekt: „Ich habe gehört, Sie haben ein Sanierungsprogramm für 100 Straßen in 100 Tagen. Das ist etwas, wo wir nicht mithalten können.“

Und wie soll die Hannover-Straße nun tatsächlich aussehen? Sagen wir mal: ein Mix aus Hohenzollernstraße und Lichtenbergplatz mit einer Prise Landesmuseum - und das alles am Westufer des Maschsees (in China: der Chuanzi-Fluss). Klingt idyllisch - aber mit der Vokabel sollte man vorsichtig sein in einer chinesischen Stadt von mehr als 6 Millionen Einwohnern. „Changde hat keinen Charakter, wir haben in der letzten Zeit viele schlechte Erfahrungen mit der Stadtplanung gemacht“, räumt Vize-Bürgermeister Lu offen ein, „aber das soll sich jetzt ändern.

Es geht um Geschichte und Kultur, die die Stadt durch Gebäude interpretieren soll.“ Wie man das zu verstehen hat? Wus Delegation gefiel besonders Hannovers Altstadt, deshalb wird es an der Hannover-Straße wohl auch ein bisschen Fachwerk geben. Beeindruckt hat sie aber auch das Kronsbergviertel - wo man sich für die Umweltschutztechniken aus den Bereichen Energieeffizienz und der Regenwasserwirtschaft besonders interessierte.

Hannovers OB will sich alles bei einer China-Reise im August anschauen und später zur Eröffnung Bruchmeister schicken. Schostok: „Hannoverscher geht‘s nicht.“

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