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Aus der Stadt Hannover-Musical „Kröpcke" feiert Premiere
Hannover Aus der Stadt Hannover-Musical „Kröpcke" feiert Premiere
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19:07 20.02.2013
Von Stefanie Nickel
Am Raschplatz feierte das Hannover-Musical „Kröpcke" Premiere. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Mit ihren schrill-bunten und voluminösen Körpern standen die Nana-Figuren einmal für die selbstbewusste, moderne Frau. Lang, lang ist das her. Diesen Eindruck erweckt zumindest das Hannover-Musical, das derzeit in der Spielbank RP5 am Raschplatz zu sehen ist. Im Singspiel sagen die Nana-Figuren Sätze wie „Wir sind dick und rund und bi“ oder „Bonjour, bonjour, wie warten auf l’amour“. Dabei laufen sie mit riesigen Einkaufstüten über die Bühne: „Kaufen, kaufen, kaufen, ohne zu verschnaufen und dabei rückwärts laufen.“

Die Geschichte des Musicals ist schnell erzählt: Die Person gewordene Anna Blume aus Kurt Schwitters gleichnamigen Gedicht wartet an der Kröpcke-Uhr auf die große Liebe. Sie wartet lang, insgesamt ein Jahr. Dabei stößt sie auf alle möglichen Figuren, die irgendwie etwas mit Hannover zu tun haben. Zum Beispiel auf Leibniz, der mit ihr über die Liebe schwadroniert, auf Haarmann, dem sie nur ein Messer abkaufen will, wenn er ihr ein Kompliment macht. Oder auf die „Spinne Hannah mit der großen Havanna“, die den roten Faden durch Hannover spinnt. Weil Musical-Macher Dirk Grothe glaubt, dass die Leinestadt nicht genügend interessante Persönlichkeiten zu bieten hat, hat er gleich noch ein paar erfunden. Die Uds, die „Unter-dem-Schwanz-Geborenen“ zum Beispiel, den Leinehai sowie den Schneefresser.

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Dirk Grothe hat offenbar eine große Freude an Reimen und an Wortspielen. Zu Höchstformen ist er aufgelaufen, als er den Dialog zwischen der Kröpcke-Uhr (grünes Kleid mit goldenen Sternen) und ihrer Begleiterin der Taschenuhr (kurzes beiges Kleid), genannt „Tasche“, schrieb. Das geht dann so: „Sie gehen falsch“, sagt „Tasche“. Darauf die Kröpcke-Uhr: „Ich werde im Stehen besser gehen.“ Dass sich Menschen zu ihren Füßen gern treffen, kommentiert sie so: „Menschen kommen, Menschen gehen, manche bleiben stehen.“

Besonders lang ist Anna Blume stehen geblieben. Sie wartet ja auf die große Liebe. Auch Haarmann kann ihr da keine Angst machen. „Ich bin ja verliebt, ich weiß nur noch nicht in wen.“ Nun ja. Wie sich Verliebtsein anfühlt, weiß sie aber genau. „Dann ist Hamburg in Shanghai und ein Mal eins macht zwei.“

Niki de Saint Phalle hat sich selbst einmal als „zornige, junge Frau“ beschrieben. Sie wäre bei Sätzen wie diesen wohl rot angelaufen.

Nächste Vorstellung am Freitag, Karten kosten 35 Euro.

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