Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt OP-Pfleger will 430 Kilometer an sieben Tagen laufen
Hannover Aus der Stadt OP-Pfleger will 430 Kilometer an sieben Tagen laufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 18.01.2018
Der Mann hat einen Lauf: Jens Wackerhagen startet beim Montane Spine Race in England.
Der Mann hat einen Lauf: Jens Wackerhagen startet beim Montane Spine Race in England. Quelle: fokuspokus
Anzeige
Hannover

 Über Monate hat der Extremsportler sich darauf vorbereitet. Jetzt ist Jens Wackerhagen beim Montane Spine Race gestartet: Das Rennen gilt als eines der härtesten Europas. Es führt über Stock und Stein 430 Kilometer weit quer durch England. Binnen sieben Tagen will der 40-Jährige die Strecke zurücklegen – rund sieben Kilo Gepäck hat er dabei, darunter einen leichten Schlafsack für die Nächte im Freien. „Es ist kalt und ich bin nass bis auf die Knochen“, sagte er nach zwei Tagen bei Meile 94: „Ich fühle mich aber gut und versuche so viele Kilometer wie möglich zu schaffen, ehe am Dienstag Schnee und Minusgrade kommen.“

Der Sportler nimmt die Strapazen auch für einen guten Zweck auf sich. Wackerhagen, der als OP-Pfleger im Henriettenstift arbeitet, stand vor einigen Jahren im Operationssaal, als dort Kinder aus Syrien mit Schrapnellverletzungen behandelt wurden. Ihr Schicksal ließ ihn nicht wieder los: „Ich wollte etwas tun, um Kindern aus Kriegsgebieten zu helfen“, sagt er.

Der Vater eines siebenjährigen Sohnes initiierte das Projekt „Jens rennt“. Über Sponsoren will er bei dem Montane Spine Race 15 000 Euro einnehmen. Das Geld soll Kindern zugute kommen, die mit Unterstützung des  Diakovere-Lukas-Fonds behandelt werden. Aus diesem Spendentopf werden Operationen von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten finanziert. Derzeit werden  etwa zwei Kinder mit Fußfehlstellungen aus Angola in der Orthopädie des Annastifts behandelt. „Ich will dafür sorgen, dass sie irgendwann richtig laufen können“, sagt Wackerhagen. „Laufen zu können ist ein Geschenk.“

Von Simon Benne