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Aus der Stadt Hannovers Kulturmanager kommt aus Leeuwarden
Hannover Aus der Stadt Hannovers Kulturmanager kommt aus Leeuwarden
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00:35 17.05.2018
 Der holländische Kulturmanager Oeds Westerhof soll Hannovers Kulturhauptstadtbewerbung voranbringen
 Der holländische Kulturmanager Oeds Westerhof soll Hannovers Kulturhauptstadtbewerbung voranbringen Quelle: Schinkel
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Hannover

Um Europäische Kulturhauptstadt 2025 zu werden, besorgt sich Hannover jetzt externen Sachverstand. HAZ-Informationen zufolge soll der Holländer Oeds Westerhof das Bewerbungsverfahren managen. Der ist derzeit in Leeuwarden aktiv: Die holländische Stadt ist aktuell Europas Kulturhauptstadt.

Dem Projekt ist Westerhof seit 2012 verbunden und aktuell im Team als „Direktor Legacy“ geführt. Laut eigener Beschreibung auf der Kulturhauptstadt-Homepage ist der damit für die „nachhaltige Stärkung des sozialen, ökonomischen, kulturellen und ökologischen (Vermächtnis-)Bereichs“ zuständig.

Westerhof hat niederländische Sprach- und Literaturwissenschaften studiert. Nach einigen Stationen in den Breichen PR und Marketing war er in den Kulturbereich gewechselt und war unter anderem Direktor eines Filmhauses und Kulturzentrums, des LUX.

Der Zuschlag für Leeuwarden als Kulturhauptstadt war nicht selbstverständlich und hatte auch Kritik ausgelöst: Die Stadt hat nur 108 000 Einwohner und gilt als Beleg dafür, dass Metropolen in Europa kaum noch Kulturhauptstädte werden. Aber das Konzept von Leeuwarden ist ähnlich wie das in Hannover – und es hat die Jury am Ende mehr überzeugt als hochtrabende Leuchtturm-Konzepte aus Utrecht oder Maastricht. Leeuwarden begreift das Kulturhauptstadt-Projekt als eine Art Kultur-Labor, in dem es um Fragen etwa des demografischen Wandels, der Ressourcenknappheit oder der Nachhaltigkeit geht – was an die Expo-Thematik zur Jahrtausendwende in Hannover erinnert, nur mit künstlerischen Ausdrucksformen. Ein Ansatz, den Westerhof in zahlreichen Interviews immer wieder verteidigen musste – bis ihm und seinem Team der Erfolg der Bewerbung schließlich recht gab.

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding