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Aus der Stadt Pedelec-Unfälle nehmen zu
Hannover Aus der Stadt Pedelec-Unfälle nehmen zu
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16:15 19.03.2018
Weil immer mehr Senioren mit Pedelec-Rädern unterwegs sind und die Unfallzahlen steigen, will die Polizei ein neues Präventionsprogramm ins Leben rufen. Quelle: dpa
Hannover

 Auf den Straßen Hannovers sind immer mehr Menschen auf schnellen Elektrofahrrädern unterwegs – sogenannten Pedelecs. Vor allem Senioren nutzen das moderne Fortbewegungsmittel. Die Polizei schlägt nun Alarm, weil dadurch auch die Zahl der Verkehrsunfälle in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist. „Sie haben sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht“, sagt Polizeivizepräsident Jörg Müller. Seit 2014 erfasst die Polizeidirektion Unfälle mit Pedelec-Rädern separat in ihrer Statistik. Zu Beginn der Datenerfassung registrierten die Beamten lediglich sieben Unfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich – lediglich ein Radler davon wurde schwer verletzt.

Den Umgang mit Pedelec trainieren

Doch im vergangenen Jahr wurden von der Polizei bereits 110 Unfälle festgestellt, wie aus dem aktuellen Verkehrssicherheitsbericht hervorgeht, der am Freitag vorgestellt wurde. Zwei Personen kam 2017 ums Leben, darunter eine 76-jährige Rentnerin. Der Anstieg der Unfälle ist laut Müller darauf zurückzuführen, dass vor allem Senioren zunehmend mit Elektrofahrrädern in der Stadt unterwegs sind – und die Gefährte sind gefährlich. „Mit einem Pedelec kann sehr leicht eine Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern erreicht werden“, sagt Müller. Manche Räder schaffen sogar Tempo 45. „So etwas muss man trainieren.“ Die Polizei erwarte zwar, dass auch die Händler ihre Kunden dafür sensibilisieren, doch sichergestellt sei das nicht.

Daher will die Polizeidirektion künftig einen neuen Weg gehen und spezielle Präventionsprogramme für Pedelec-Senioren anbieten. „Wir erarbeiten derzeit ein Konzept“, sagt Müller. Die Ermittler wollen mit Kooperationspartnern zusammenarbeiten und möglichst viele Verkehrsteilnehmer für die Gefahren von Pedelec-Rädern sensibilisieren. „Die Eigenschaften der E-Bikes sind für alle überraschend“, sagt der Vizepolizeipräsident. Pedelec-Fahrer müssten sich an die Beschleunigung und das Tempo gewöhnen, Autofahrer wiederum müssten lernen, dass die Räder wesentlich schneller vor einem auftauchen als normale.

Senioren ab 75 Jahren sind Risikogruppe

„Solch ein Präventionsprogramm ist dringend notwendig“, sagt Birgit Blaich-Niehaus, Leiterin des Bereichs Verkehr beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Neben den radelnden Senioren müssten auch die Autofahrer wissen, „was diese Form der Fortbewegung bedeutet“. Alle Verkehrsteilnehmer müssten den Umgang mit Pedelec erlernen, sagt Blaich-Niehaus. Laut Polizeivizepräsident sind vor allem Senioren ab 75 Jahren eine Risikogruppe. „Aufgrund ihres Alters können sie Gefahren oft nicht schnell genug erfassen und schätzen Tempo sowie Entfernung falsch ein.“

Konkrete Details zur geplanten Pedelec-Prävention nennen die Beamten allerdings noch nicht. „Denkbar ist aber zum Beispiel eine Art Fahrsimulator, wie es sie für Autos schon gibt“, sagt Müller. Darüber hinaus denkt die Polizei über Fahrsicherheitstrainings nach. Nach der Konzepterstellung gehe es in die Ausarbeitung und Partnersuche. Die Polizeidirektion ist allerdings zuversichtlich, dass das neue Angebot „spätestens Anfang des neuen Jahres startet“, sagt Müller.

Von Peer Hellerling

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