Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Müssen Vermieter die gestohlenen Schlüssel bezahlen?
Hannover Aus der Stadt Müssen Vermieter die gestohlenen Schlüssel bezahlen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
06:00 08.01.2018
Bleibt auf den Kosten sitzen: Vermieter Hasselbring rechnet damit, dass der Schlossaustausch mehrere Tausend Euro kostet.  Quelle: Foto: Scharschmidt
Anzeige
Hannover

Für Dietrich Hasselbring war die Weihnachtszeit alles andere als besinnlich. Kurz vor dem Fest hatten Einbrecher Hunderte Haustürschlüssel aus der Postfiliale in der Lindener Niemeyerstraße gestohlen, mit denen sich Postboten Zutritt zu den Briefkästen in Mehrfamilienhäusern verschaffen. Hasselbring ist Eigentümer von drei betroffenen Häusern, er muss jetzt Schließanlagen austauschen und neue Schlüssel für Mieter anfertigen lassen. Doch entgegen ersten Ankündigungen der Post, man wolle wohl kulant sein, steht inzwischen fest: Das Unternehmen sieht sich nicht zur Haftung verpflichtet. Das Entwenden der Schlüssel sei schließlich widerrechtlich erfolgt – deshalb sei man nicht für den Schaden verantwortlich. 

Eigentümer Hasselbring ist wütend. „Da die Schlösser ausgetauscht werden müssen, brauche ich etwa 100 neue Schlüssel für die Mieter“, sagt der 79-jährige, der in der Laportestraße lange ein Weingeschäft betrieben hat. Und der Ersatz ist teuer: Die Kosten für die Neuanschaffungen und den Austausch der Schlösser beziffert er mit mehreren Tausend Euro. 

Der Vermieter hat bei der Post nachgefragt, wann mit einer Erstattung zu rechnen sei. In der Filiale habe ihm niemand weiterhelfen können. Am Telefon bekam er dann die Absage: „Man sagte mir, dass ich keinen schriftlichen Vertrag mit der Post oder dem Postboten habe. Deswegen werden die Kosten wohl nicht erstattet“, sagt Hasselbring

Der HAZ liegt inzwischen eine schriftliche Stellungnahme der Post an einen Hausverwalter aus der Davenstedter Straße vor. Dort heißt es, das Unternehmen hafte „grundsätzlich nicht für den Verlust des Schlüssels“, weil dieser „widerrechtlich entwendet worden ist“. In diesem Fall allerdings hat die Post eine Erstattung aus Kulanzgründen angeboten. Die Hausgemeinschaft in der Davenstedter Straße hat die Schließzylinder von Haus- und Gartentür selbst getauscht und einfache Nachschlüssel fertigen lassen – so entstanden Gesamtkosten von nur 200 Euro für das Achtfamilienhaus. Ausdrücklich lobt die Post „die Bemühungen für die gering gehaltene Forderungshöhe“ und hat das Geld bereits erstattet. 

Vor allem in Mehrfamilienhäusern mit Ladengeschäften und komplizierten Generalschließsystemen aber sind die Kosten wesentlich höher – wie es bei Hauseigentümer Hasselbring nun der Fall ist. Offen ist unter anderem, warum die Post die Schlüssel nicht im Filialtresor aufbewahrt hat. Auf Anfrage kann das Unternehmen derzeit nichts Abschließendes sagen. „Der Diebstahl ist ein Fall für unser Schadensmanagement. Wir suchen nach einer einvernehmlichen Lösung“, sagt Sprecher Jens-Uwe Hogardt: „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren. Zwischen dem Einbruch lagen die Feiertage – die Bearbeitung läuft.“  

Eigentümer Hasselbring hat erste Konsequenzen gezogen: Eine neue Treppenhaus-Reinigungsfirma musste beim Erhalt der Schlüssel schon eine Quittung unterschreiben. „Dann habe ich wenigsten etwas Schriftliches in der Hand, wenn wieder etwas passiert.

Von Manuel Behrens

Es dürfte kein einfaches Jahr für Hannovers ehrenamtliche Politiker werden. Wie kann die Luftverschmutzung bekämpft werden? Wie kommt die Schulsanierung voran? Und dann ist da noch die Rathausaffäre.

10.01.2018

Ein 29-jähriger Soldat aus der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover soll Tausende Schuss Munition gestohlen haben. Seit Juli 2017 wird gegen ihn ermittelt, die Untersuchungen werden offenbar immer umfangreicher.

07.01.2018

Am Sonntag sind die Flusspegel so weit gesunken, dass fast alle gesperrten Straßen wieder freigegeben wurden. Nur die K335 zwischen Poggenhagen und Bordenau bleibt gesperrt. Voraussichtlich am Montag kann aber die Hochwasser-Meldestufe 3 wieder aufgehoben werden.

10.01.2018