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Aus der Stadt Widerstand gegen geplante Klärschlamm-Verbrennung
Hannover Aus der Stadt Widerstand gegen geplante Klärschlamm-Verbrennung
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14:21 08.01.2018
Rund 30.000 Tonnen Klärschlamm, hier ein Bild aus dem Klärwerk in Barsinghausen, sollen jährlich in der geplanten Anlage in Lahe verbrannt werden. 
Rund 30.000 Tonnen Klärschlamm, hier ein Bild aus dem Klärwerk in Barsinghausen, sollen jährlich in der geplanten Anlage in Lahe verbrannt werden.  Quelle: Andreas Kannegießer
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Hannover

 Anwohner aus Isernhagen protestieren gegen die geplante Klärschlammverbrennungsanlage in ihrer Nachbarschaft. Sie befürchten, dass die Luftverschmutzung steigt, insbesondere die Belastung mit Feinstaub. Eine Petition mit 168 Unterschriften haben die Anwohner bei der Stadtverwaltung eingereicht. „Wir setzen uns dafür ein, dass Alternativen zu diesem Projekt von neutralen Gutachtern vorgestellt werden“, heißt es in der Petition. Doch der zuständige Ratsausschuss winkt ab. Mit großer Mehrheit haben die Politiker die Einwände am Montag abgelehnt, lediglich die Linke schlug sich auf die Seite der Anwohner. 

Das ist wenig überraschend. Die Ratspolitik hatte bereits grünes Licht für den Bau der Verbrennungsanlage in Lahe gegeben. Die Stadtverwaltung kann das Vorhaben jetzt ausschreiben. Bekannt ist, dass die Stadtwerke Hannover sich für die Klärschlammverbrennung interessieren. 50 bis 60 Millionen Euro will das kommunale Unternehmen investieren. Rund 30 000 Tonnen Trockenklärschlamm sollen jährlich in Lahe verbrannt werden.

Bisher werden die Überreste aus dem Klärwerk zu je einem Drittel als Dünger für die Landwirtschaft verwendet, für den Straßenbau gebraucht und verbrannt. Doch die gesetzlichen Vorgaben ändern sich. Die landwirtschaftliche Verwertung soll verboten werden, sodass die Kommunen zusehen müssen, wo der Klärschlamm bleibt. In Hannover verschärft sich die Situation jetzt dadurch, dass ein Unternehmen, das für Transporte des Schlamms verantwortlich war, gekündigt hat.

Von Andreas Schinkel

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