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Aus der Stadt Beim Steintorplatz dürfen die Hannoveraner jetzt mitreden
Hannover Aus der Stadt Beim Steintorplatz dürfen die Hannoveraner jetzt mitreden
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00:48 21.04.2018
Der Steintorplatz soll ein neues Gesicht bekommen, und die Hannoveraner sollen mitreden. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

 Der Steintorplatz, einer der wichtigsten Innenstadtplätze,  soll ein neues Gesicht bekommen – und die Hannoveraner dürfen ihre Ideen einbringen. Nach vielen Verzögerungen und einer Generaldebatte am Mittwoch im Bauausschuss hat die Ratspolitik jetzt mehrheitlich grünes Licht für eine Bürgerbeteiligung gegeben, die zu den aufwendigsten zählen dürfte, die die Stadtverwaltung bisher auf die Beine gestellt hat. Eine halbe Million Euro lässt sich die Stadt die Ideenfindung kosten, moderiert vom renommierten Berliner Büro Urban Catalyst. Die hohen Kosten stoßen denn auch auf Kritik bei den Oppositionsparteien. Die CDU argwöhnt, dass am Ende des Verfahrens eine Bebauung des Steintors herauskommen könne, und die sei bekanntlich bei den Bürgern unerwünscht.

 Tatsächlich waren die ursprünglich geplanten Bauten auf dem Steintorplatz ein  heiß diskutiertes Thema im Kommunalwahlkampf 2016. SPD und Grüne begrüßten die Bebauung, die gesamte Ratsopposition hielt dagegen. Am Ende dürfte der Mehrheitsverlust von Rot-Grün im Rat auch dem Festhalten am Steintor-Bau geschuldet sein. Das neue Mehrheitsbündnis von SPD, Grünen und FDP einigte sich nach der Kommunlawahl auf einen Neustart beim Steintorplatz

„Unsere Bürgerbeteiligung wird Schule machen“, meint SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Die CDU ist sich da nicht so sicher. „500.000 Euro Kosten sind völlig unangebracht“, sagt CDU-Bauexperte Felix Blaschzyk. Er schlägt vor, dass zwei bis drei Vorschläge für den Platzumbau präsentiert werden, und die Bürger dann darüber diskutieren. Das löst Kopfschütteln bei den Grünen aus. „Es ist zu begrüßen, dass die Verwaltung raus zu den Menschen geht und Ideen sammelt, damit nicht nur diejenigen gehört werden, die ohnehin oft zu Versammlungen kommen“, sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian

Dem Steintor stehen große Veränderungen bevor

Wenn vom Umbau des Steintorplatzes die Rede ist, geht es nicht nur um den halbkreisförmigen Platz gegenüber der Langen Laube. Auch ein beträchtlicher Teil der Georgstraße bis hinunter zum Schillerdenkmal soll neu gestaltet werden. Seit Längerem ist im Gespräch, die Immobilien entlang der Nordmannpassage abzureißen und an ihrer Stelle städtebaulich ansprechende Gebäude zu errichten.

Zudem drückt der Ausbau der sogenannten D-Linie (Stadtbahnen 10 und 17) dem Steintor seinen Stempel auf. In der Münzstraße wird ein Hochbahnsteig errichtet, der Kraftfahrzeugverkehr soll künftig über die Scholvinstraße in Richtung Marstall geführt werden. Die markante schwarz-gelbe Mendini-Bahnhaltestelle soll später nur noch als Haltepunkt für Busse dienen.

Die Beteiligung gliedert sich in verschiedene Phasen und soll im Juni starten. Zu Beginn will die Stadt herausfinden, welche Vor- und Nachteile der Steintorplatz bietet. „Schlüsselakteure“ sollen befragt werden, etwa Gewerbetreibende, Hauseigentümer und Medienvertreter. Bürgerversammlungen werden einberufen, aber bestimmte Zielgruppen auch direkt angesprochen, etwa Jugendliche, Nachtschwärmer, Migranten. Eine Auftaktveranstaltung soll den offiziellen Startschuss geben.

In der zweiten Phase will die Stadt Ideen für den Platz sammeln. Auf dem Steintor wird ein Container aufgestellt, in dem Skizzen und Anregungen gesammelt und ausgestellt werden. Die Verwaltung spricht von „kuratierten Vor-Ort-Aktionen“. Aus den einzelnen Ideen soll sich in der anschließenden dritten Phase eine „Steintorplatz-DNA“ herausbilden. Auch dürfen Tabus für den Umbau benannt werden. Erst danach sollen professionelle Stadtplaner beauftragt werden, die Bürgerkonzepte in erste Entwürfe zu kleiden. Zeitlich beginnt diese letzte Phase des Verfahrens erst im zweiten Quartal 2019. Bis am Steintor die Bagger anrücken, dürfte  also noch viel Zeit vergehen. 

Von Andreas Schinkel

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