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Aus der Stadt Hilfe für kranke Wohnungslose erweitert
Hannover Aus der Stadt Hilfe für kranke Wohnungslose erweitert
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13:34 16.08.2018
Mit einem symbolischen Schlüssel haben Petra Weitzel, Sibylle Petersen, Rainer Müller-Brandes, Dr. Carola Reimann und  Dr. Andrea Hanke (Bild von links nach rechts) die zweite hannoversche Krankenwohnung für Obdachlose „Die KuRVe2“ eröffnet.
Mit einem symbolischen Schlüssel haben Petra Weitzel, Sibylle Petersen, Rainer Müller-Brandes, Dr. Carola Reimann und Dr. Andrea Hanke (Bild von links nach rechts) die zweite hannoversche Krankenwohnung für Obdachlose „Die KuRVe2“ eröffnet. Quelle: Villegas
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Hannover

Sie haben eine Beinamputation infolge von Erfrierungen hinter sich, eine Schilddrüsenoperation, Krebs. Manche haben auch einfach nur eine tiefe Wunde, die infolge des harten Lebens auf der Straße einfach nicht heilen will. Seit mittlerweile 20 Jahren bietet das Diakonische Werk Hannover solchen kranken Wohnungslosen in der Krankenwohnung „Die KuRVe“ in Döhren eine feste Bleibe.

Bei ihrer Eröffnung war „Die KuRVe“ (kurz für: Dienstleistung bei Krankheit und Regeneration und medizinische Versorgung Wohnungsloser) die einzige Einrichtung dieser Art in Niedersachsen. Auch heute sei sie niedersachsen- und bundesweit noch relativ einzigartig, sagte Sozialministerin Carola Reimann am Donnerstag anlässlich des Jubiläums. Gleichzeitig hob sie in Misburg eine zweite Krankenwohnung aus der Taufe. Beide Einrichtungen böten Wohnungslosen die Möglichkeit, medizinisch betreut in Ruhe zu genesen, sagte Reimann. Die Region Hannover finanziert das Angebot. 2017 habe man die KuRVe in Döhren mit 142000 Euro unterstützt, sagte Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Region Hannover. Der fehlende bezahlbare Wohnraum in der Region zwinge immer mehr Menschen in die Wohnungslosigkeit zwinge. Dies spiegele sich auch in der starken Nachfrage nach Plätzen in der KuRVe wieder. Deshalb habe man eine zweite Anlaufstelledieser Art eröffnet.

300 Wohnungslosen half das Angebot seit der Gründung 1998. Anfangs war es für kurzfristige Erkrankungen gedacht. Immer mehr stellte sich Sozialarbeiterin Corinna Genz zufolge aber heraus, wie viele Wohnungslose neben der akuten, auch an einer schweren chronischen Erkrankung litten: einer Herzschwäche, schweren Nieren-, Leber- oder Bluterkrankungen. Bis zu einem Jahr blieben die Kranken inzwischen in der KuRVe. Der Anspruch in den 200 Quadratmeter großen Gemeinschaftswohnungen mit jeweils 6 Plätzen sei es, sie aus der Obdachlosigkeit in eine feste Wohnung zu vermitteln, sagt Genz. Bei etwa der Hälfte habe man dies tatsächlich geschafft. Eine Krankenschwester und ein Sozialarbeiter betreuen die Kranken tagsüber an fünf Tagen in der Woche.

Von Jutta Rinas