Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stöckener Friedhof wird Wohlfühlort für Wildbienen
Hannover Aus der Stadt Stöckener Friedhof wird Wohlfühlort für Wildbienen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:40 27.04.2018
Jana Sieverling, Astrid Lohmann, Annika Hennemann und Joana Cavaco pflanzen insektenfreundliche Gewächse auf dem Stöckener Friedhof. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Es summt und brummt nicht mehr so häufig wie früher in der Landschaft. Die Zahl der Insekten hat binnen drei Jahrzehnten um 75 Prozent abgenommen, schätzen Biologen. Als Hauptursache gilt die intensive Landwirtschaft mit ihren Begleiterscheinungen. „Viel Hoffnung, dass sich in den landwirtschaftlich genutzten Räumen etwas ändert, mache ich mir nicht“, sagt Reinhard Löhmer. Also wird die Suche nach ökologischen Nischen wichtiger. Eine davon haben der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), die Stadt Hannover und die niedersächsische Umweltstiftung jetzt auf dem Stadtteilfriedhof Stöcken ausgemacht. Er wird Refugium für Insekten, vor allem für Wildbienen.

„Auf Friedhöfen werden Grabstätten begärtnert, das ist eher nicht ökologisch. Aber es gibt auch extensiv genutzte Flächen“, sagt Cordula Wächtler, Bereichsleiterin für Hannovers Friedhöfe. In Stöcken wissen das Wildbienen jetzt schon zu schätzen. Jakob Grabow-Klucken, Experte für diese Insektenart beim BUND, hat 30 Arten gesichtet, darunter solche mit so schönen Namen wie Buckel-Seidenbiene oder fuchsrote Sandbiene.

Insgesamt gibt es nach Angaben von Grabow-Klucken rund 550 Wildbienenarten, es ist also noch Luft für mehr in Stöcken. Dafür lässt der BUND derzeit eine 2500 Quadratmeter große Wildblumenwiese anlegen. Die Stadt hat nicht mehr genutzte Grabanlagen freigegeben, auf denen Projektteilnehmer statt Zierpflanzen und Bodendeckern Stauden wie Natternkopf, Glockenblumen oder Rainfarn anpflanzen. Auch werden geschützte Sandflächen als Brutreviere für die Bienen angelegt. „Als Dauergehölze werden wir vermehrt Weißdorn und Hartriegel setzen“, sagt Wächtler.

„Von den Maßnahmen sollen nicht nur Wildbienen profitieren, sondern auch Schmetterlinge, Libellen und als Folge Vögel oder Fledermäuse“, erklärt Grabow-Klucken. Insgesamt beteiligen sich vier Friedhöfe in Niedersachsen an dem zunächst bis 2020 laufenden Projekt, neben Stöcken sind es noch Anlagen in Göttingen, Braunschweig und Lüneburg. Es kostet 234.000 Euro; bei der Finanzierung hilft die Umweltstiftung Niedersachsen. „Ich hoffe, dass das Beispiel Schule macht und auch auf anderen Friedhöfen angwendet wird“, sagt Löhmer. Das wäre im Sinne aller Beteilgten.

Von Bernd Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei Hannover hat beim Frühlingsfest 2018 deutlich weniger Straftaten registriert. Vor allem Körperverletzungen gingen deutlich zurück. Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen, aber das durchwachsene Wetter trug auch dazu bei.

27.04.2018

HAZ-Redakteurin Juliane Kaune hat sich auf einen Rundgang über die Hannover Messe begeben – und ausprobiert, was sich hinter der Industrie 4.0 verbirgt.

27.04.2018

Ein Rentner ärgerte sich über die versperrte Zufahrt zu seinem Haus, trat in Lehrte schon seit Jahren als Querulant in Erscheinung. Beim Prozess am Dienstag aber gab sich der 68-Jährige geläutert.

27.04.2018