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Aus der Stadt Saftige Strafen für randalierende Familienmitglieder
Hannover Aus der Stadt Saftige Strafen für randalierende Familienmitglieder
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16:09 24.01.2018
Das Amtsgericht Hannover fällte am Mittwoch die Urteile gegen Mitglieder einer türkischen Familie, die auf der Polizeistation am Raschplatz randaliert hatten.
Das Amtsgericht Hannover fällte am Mittwoch die Urteile gegen Mitglieder einer türkischen Familie, die auf der Polizeistation am Raschplatz randaliert hatten. Quelle: dpa
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Hannover

 Vater, Mutter, Tochter und Schwiegersohn einer türkischen Familie sind am Mittwoch zu Bewährungsstrafen und zum Teil hohen Geldzahlungen verurteilt worden. Sie hatten im Juni 2016 auf der Polizeistation am Raschplatz randaliert und Beamte angegriffen, weil ein anderer Sohn zuvor wegen Widerstand gegen Polizisten festgenommen worden war. Das Amtsgericht verurteilte den Vater  Ayhan I. zu elf Monaten und zwei Wochen Haft auf Bewährung. Zudem muss er 2000 Euro zahlen. Der Schwiegersohn Hamza A. erhielt eine achtmonatige Bewährungsstrafe und muss ebenfalls 2000 Euro zahlen. Seine Frau Melek A.  wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss sie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Mutter Incilay I. wurde zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

Das Gericht überschritt damit deutlich die Forderung der Staatsanwaltschaft, die für alle vier Angeklagten lediglich Geldstrafen gefordert hatte.

Die Familie war am 22. Juni auf der Wache am Raschplatz erschienen, um den Ausweis des zuvor festgenommenen Sohnes vorbei zu bringen. Vor Ort eskalierte die Situation nach Aussage von insgesamt sieben Polizeibeamten sofort. Insbesondere der Vater der Familie soll lautstark die Freilassung seines Sohnes gefordert und mehrfach Polizisten attackiert haben. Das Verhalten der Angeklagten sei „unter aller Sau“ gewesen, hatte einer der betroffenen Beamte ausgesagt. Die Situation eskalierte dann so stark, dass die Polizeistation einen Notruf absetzen musste, um alle verfügbaren Einheiten zur Unterstützung zu rufen. Ein Umstand, der in Hannover so gut wie nie vorkommt und zu dem es gar nicht hätte kommen müssen – der festgenommene Sohn wäre nämlich unmittelbar nach der Feststellung seiner Personalien anhand des Ausweises wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Von Tobias Morchner