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Aus der Stadt Weiterer Brandsatz in Finanzamt gefunden
Hannover Aus der Stadt Weiterer Brandsatz in Finanzamt gefunden
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17:06 06.01.2018
Im Finanzamt Hannover-Land I in Ricklingen ist am Freitagmittag ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden. Quelle: Christian Elsner
Hannover

 Nach dem Fund eines Brandsatzes im Finanzamt Hannover-Land I am Freitagmittag wurde am Sonnabend ein zweiter verdächtiger Gegenstand in dem Gebäude gefunden. Die Beamten hatten am Vormittag das Gebäude mehrere Stunden lang umfassend abgesucht, wobei auch Spürhunde eingesetzt wurden. Bei der erneuten Kontrolle wurde der Gegenstand gefunden. Ein Entschärferteam des LKAs wurde hinzugezogen. Offenbar handelt es sich auch bei dem am Sonnabend gefundenen Objekt um einen selbstgebastelten, potenziell funktionsfähigen Brandsatz. Die Ermittlungen dauern an. Damit wurde innerhalb eines Monats bereits zum dritten Mal ein Brandsatz in dem Gebäude gefunden. Wie die Polizei bestätigte, war bereits Anfang Dezember im Archiv des Gebäudes ein ähnlicher Gegenstand gefunden worden, der allerdings keinen Schaden angerichtet hat.

Am Freitagmittag war ein Brandsatz in dem Gebäude entdeckt worden. Das selbstgebaute Objekt ist seitens der Polizei als „potenziell gefährlich“ eingestuft worden, sagt Behördensprecherin Wiebke Weitemeier. Der Brandsatz sei nach bisherigen Erkenntnissen nicht angezündet gewesen. Allerdings können die Ermittler derzeit noch nicht sagen, ob er zuvor angesteckt worden war oder bloß abgestellt wurde. „Die Ermittlungen dauern an“, sagt Weitemeier.

Der selbstgebastelte Brandsatz war von einem Mitarbeiter des Finanzamtes in einem Aktenraum entdeckt worden und ist nach Polizeiangaben etwas kleiner als ein Rucksack. Die Ermittler wurden gegen 11.45 Uhr alarmiert, gleichzeitig rückte vorsorglich auch ein Löschzug der Feuerwehr an. Die Göttinger Chaussee wurde gesperrt, der benachbarte Edeka blieb jedoch geöffnet. Da der Fund des Brandsatzes mit dem Feierabend beim Finanzamt zusammenfiel, wurden die Angestellten lediglich nach Hause geschickt.

Am Finanzamt Hannover-Land I in Ricklingen ist am Freitagmittag ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden. Das Gebäude wurde geräumt und die Göttinger Chaussee gesperrt.

Ein Entschärfer der Polizei analysierte den verdächtigen Gegenstand, musste den Brandsatz aber nicht unschädlich machen. „Das Objekt konnte als solches sichergestellt werden“, sagt Behördensprecherin Weitemeier. Kurz nach 13 Uhr konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Von dem Gegenstand gehe „keine Gefahr mehr aus“, teilte die Polizei über Twitter mit. Die Sperrung der Göttinger Chaussee wurde wieder aufgehoben und die Feuerwehr rückte ab.

Der Brandsatz vom Freitag befindet sich derzeit zur weiteren Analyse beim Landeskriminalamt. „Er wird jetzt auf mögliche Spuren untersucht“, sagt Weitemeier. Zugleich prüft die Polizei, ob im Finanzamt Überwachungskameras installiert sind. Konkrete Hinweise auf den möglichen Täter gibt es allerdings nicht. Ein Drohbrief oder Bekennerschreiben sei bislang ebenfalls nicht eingegangen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Brandstiftung und des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Sicherheit in Ämtern rückt in den Fokus

Das niedersächsische Finanzministerium spricht von einem „außergewöhnlichen Fall“. Laut Sprecher Kai Bernhardt sei es nun wichtig, „ganz genau zu schauen, was passiert ist“. Vorsorglich sei bereits am Freitag eine Information an alle anderen Finanzämter ergangen, aufmerksam zu sein und verdächtige Gegenstände zu melden. „Es ist völlig rätselhaft, was damit bezweckt werden sollte“, sagt Bernhardt. Zwar hätten es die Ämter immer wieder mit wütenden Steuerzahlern zu tun, doch der Fund eines Brandsatzes sei „unglaublich“. Das Ministerium werde die Ermittlungen genau verfolgen.

Der Fund des Brandsatzes bringt auch das Thema Sicherheit in Ämtern wieder auf die Agenda. „Damit befassen wir uns seit Langem“, gesteht Bernhardt, „aber das ist jetzt eine neue Dimension.“ Bislang gibt es bei Finanzämtern zwar Foyers und Pförtner, Besucher werden jedoch weder kontrolliert noch wird das Gepäck untersucht. Inwieweit die Ämter nun noch besser geschützt werden müssen, ist offen. Möglich sind beispielsweise Detektoren und Überwachungskameras. „Wir sind auf jeden Fall froh, dass nichts passiert ist“, sagt Bernhardt.

Verdächtige Gegenstände

Immer wieder werden in Hannover verdächtige Gegenstände gemeldet. Meistens stellen sich die Objekte als harmlos heraus, doch die Polizei muss jeden Hinweis ernst nehmen. So ist zum Beispiel Anfang April 2017 ein Brief mit einem weißen Pulver beim türkischen Generalkonsulat an der Christuskirche abgegeben worden. Der Inhalt stellte sich nach der polizeilichen Analyse aber als ungefährlich heraus.

Bereits im Dezember 2016 wurden die Röseler-, Markt- und Osterstraße gesperrt, weil am Fahrbahnrand ein verdächtiger VW Golf stand. Im Inneren des Wagens waren mehrere Kabel zu erkennen. Doch der später bekanntgewordene Grund war harmlos: Der Besitzer des Autos hatte ein Abgasmessgerät installiert, die Verkabelung wirkte wie ein Sprengsatz.

Die Andreaestraße musste im Juni 2017 gesperrt werden, weil im dortigen Parkhaus mehrere verdächtige Pakete gefunden wurden. Sprengstoffexperten des LKA mussten die Objekte erst in Augenschein nehmen, ehe Entwarnung gegeben wurde. Ein Unbekannter hatte Müll in Säcke gepackt und im Parkhaus entsorgt.

Von Peer Hellerling

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