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Aus der Stadt Hannover bereitet sich auf den Frühling vor
Hannover Aus der Stadt Hannover bereitet sich auf den Frühling vor
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00:26 07.03.2015
Hilft seinem Vater im Kleingarten am Rande Kirchrodes: Serhat Bilgi beim Schneiden junger Äste.
Hilft seinem Vater im Kleingarten am Rande Kirchrodes: Serhat Bilgi beim Schneiden junger Äste. Quelle: Marta Krajinović
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Hannover

Mit Nachdruck setzt Serhat Bilgi die große Astschere an den Obstbaum in dem Kleingarten am Rande Kirchrodes. Schnapp - wieder fällt ein junger Ast. „Das ist eine der wichtigsten Aufgaben hier im Garten, wenn es Frühling wird“, sagt Bilgi: „Sonst treiben die Äste kaum aus.“

Hannovers Laubenpieper haben mit dem Frühjahrsputz begonnen und blicken angespannt in die Zukunft. Die Stadt sucht Gelände für den Wohnungsbau – auch bei ihnen.

Im Gartencenter Stanze hat man sich schon darauf eingestellt, dass an diesem Wochenende Gartenfreunde Blumenzwiebeln, Setzlinge und Gerätschaften besorgen wollen. In allen Farben leuchten die Frühlingsblumen auf den Verkaufstischen. „Die beliebtesten Blumen sind derzeit die Stiefmütterchen“, sagt Gärtnermeister Jan Maschkowitz, Geschäftsführer des Hemminger Gartencenters: „In einem kräftigen Orange oder Weiß gehen sie hier am häufigsten über den Tresen.“ Klar, das sind die Farben des Frühlings.

Gemüse für die Nachbarn

Hobbygärtner Serhat Bilgi, von Beruf Kfz-Mechatroniker, hat derweil die abgeschnittenen Äste ordentlich auf einen Haufen gestapelt. Sämtliche Bäume und Sträucher hat er bereits beschnitten. Und nicht nur das. „Vor einigen Tagen habe ich mit meinem Vater das ganze Gemüsebeet umgegraben. Die Erde muss locker sein, bevor die Samen oder Stecklinge eingesetzt werden können”, sagt der 25-Jährige. Zuhause hat er schon mit seinen Eltern die Stecklinge neben der Heizung in kleine Töpfe eingepflanzt. „Das ist ein Trick, den mein Vater immer anwendet. Die Pflanzen sind dann nicht mehr ganz so klein und empfindlich, wenn sie nach draußen gepflanzt werden.“

Der Ertrag des Gartens in der Kolonie Seelrode wird in der ganzen Familie geteilt. Auch die Nachbarn bekommen einiges an Gemüse ab. Im Sommer sitzt die ganze Familie abends im Garten beim Grillen zusammen. „Gerade für die Kinder ist das immer eine super Sache. Doch bis der Garten im Sommer genutzt werden kann, ist erst noch einiges zu tun“, sagt Bilgi.

In vielen Kleingartenkolonien wird jetzt geharkt, gefegt und geputzt, überall beginnen in den nächsten Wochen auch die ersten gemeinschaftlichen Arbeitseinsätze. Wege werden gefegt, Hecken in eine ansehnliche Form geschnitten. „Noch ist die Luft etwas zu frisch. Doch das wärmere Wetter lockt die Leute nach und nach in ihre Gärten“, verrät Kolonieleiter Klaus Stüwer.

Im Herrenhäuser Berggarten kann man jetzt überall die Schneeglöckchen blühen sehen, gefolgt von den gelben Winterlingen, die sich quer über den Boden ausbreiten. Lila Krokusse bilden ganze Teppiche im Rasen. Auch hellblaue Hyazinthen recken langsam ihre Köpfe aus der Erde. „Unsere Gärtner sind gerade dabei, sämtliches Unkraut aus den Beeten zu entfernen, damit die Blüten auch schön zur Geltung kommen“, erklärt Gartensprecherin Anja Kestennus.

Tipps vom Gärtnermeister

Pünktlich zum Aufblühen der Frühlingszwiebeln kehren auch die lautesten Frühlingsbotschafter wieder in die Heimat zurück - die Vögel. Amsel, Rotkehlchen und die Heckenbraunelle gehören zu den ersten Vögeln, die jetzt singen. „Die Heckenbraunelle ist die frühste Heimkehrerin”, sagt Ornithologe Collin Pielsticker. Spätestens ab dem 15. Mai seien alle Vögel wieder da.

Gärtnermeister Jan Maschkowitz hat einige wichtige Tipps für einen erfolgreichen Start in die neue Gartensaison:

  • Vorsicht vor späten Frösten: Einige Pflanzen sind noch sehr frostempfindlich. Ranunkeln müssen beispielsweise nachts noch mit einer Zeitung abgedeckt werden.
  • Vorsicht vor der frühen Sonne: Pflanzen, die im Keller überwintert haben, unbedingt draußen zuerst in den Schatten stellen. Die zarten Blätter verbrennen sonst direkt wieder in der Sonne.
  • Salat gern unter die Haube: Vorgezogene Salate können in den Gemüsebeeten unter einer Haube eingesetzt werden.
  • Harken vor dem Säen: Tomaten, Radieschen oder Erbsen sollten in einem geharkten und aufgedüngten Beet eingesät werden.
  • Kein Braunholz schneiden: Sträucher und Gehölze müssen mit einer scharfen Schere abgeschnitten werden. Allerdings darf dabei nicht in das braune Holz geschnitten werden. Daraus sprießen schließlich die neuen Zweige.

Joana Harmening

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