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Aus der Stadt Bus mit lustig
Hannover Aus der Stadt Bus mit lustig
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19:08 04.11.2014
Von Saskia Döhner
Foto: Entertainer Mehmet Kucak bietet eine Hannover-Führung der besonderen Art.
Entertainer Mehmet Kucak bietet eine Hannover-Führung der besonderen Art. Quelle: Kleinschmidt
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Hannover

Es beginnt mit einer Liebeserklärung und einer umgedichteten „New York, New York“-Hymne: „Ich liebe Hannover, und Hannover liebt mich“, sagt der Schauspieler und Entertainer Mehmet Kucak, als es sich die Gäste im Oldtimerbus bequem gemacht haben. Zumeist sind es Mittfünziger mit Verbindung zum Uhu-Theater in der Südstadt, mittendrin Bürgermeister Thomas Hermann (SPD). Hannover sei wie eine schöne Frau, schwärmt Kucak, mit einer tollen Figur, aber hin und wieder auch mit Problemzonen.

Fahrer Torsten König lenkt den Bus mit den großen Panoramafenstern um den Hauptbahnhof. Der Bus schaukelt, drinnen wird zaghaft geschunkelt – zu den Klängen des Sechziger-Jahre-Schlagers „Schuld war nur der Bossa Nova“. „Bussa Nova“ heißt Königs Oldtimerbusunternehmen. Zwischen den Liedern gibt es Informationen: Die Teilnehmer erfahren, dass Hannover Europas ersten Durchgangsbahnhof hat und aus dem Gully am Beginn der Fußgängerzone ständig Musik ertönt. 89,7 Stundenkilometer sei die gemessene Höchstgeschwindigkeit des Busses, Baujahr 1968, gemessen im Jahr 1972: – „wahrscheinlich bergab und mit Rückenwind“, scherzt Kucak.

Der Schauspieler 
Mehmet Kucak erklärt 
Hannover auf eine 
charmante Art – und Schnaps gibt es für 
die Gäste im 
Oldtimerbus auch.

Es geht rund den Goethekreisel und „weil es so schön war, gleich noch mal rum“. Und es geht um die Erfindungen, die in Hannover gemacht wurden: Hier entwickelte Emil Berliner das erste Grammofon, hier wurden die erste Musikkassette und die erste CD gepresst, hier entstanden der Autoscooter und das Wort „Keks“. Vorbei am Steintor („hier auf dem Kiez kann man richtig feiern“) und durchs Rotlichtviertel. Eine Teilnehmerin erzählt von ihrem Wollgeschäft am Marstall, das sie viele Jahre betrieben habe. „Ehrlich, auch die Damen, die auf Kundschaft gewartet haben, haben gestrickt?“, fragt Kucak ungläubig. „Hatten die dazu überhaupt Zeit?“ „Natürlich“, versichert die ehemalige Wolleverkäuferin, und Kucak wechselt schnell das Thema.

Der Schauspieler, der aus der TV-Soap „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ und der Krimireihe „Die zwei“ bekannt ist, reißt Witze über das schwierige Verhältnis von Frauen und Männern: „Wenn Frauen schweigen, ist das eine Strafe, aber Männer verstehen das nicht als solche.“

Am Leineufer gibt es erstmal einen kleinen Schnaps – so viel Wissen macht durstig.

„Wir kennen Hannover gut, aber wir wollen es noch mal von einer anderen Seite erleben“, sagt Otfried Gebauer. Die Stadtführung mit Gesangseinlagen, Schmonzetten und Witzen gefällt ihm. Der Oldtimerbus schaukelt Richtung Maschsee. Kucak zeigt auf die „Liebesbrücke“ im Maschpark, die man im Dunkeln nicht sieht. Hier schwären sich Liebespaare sich ewige Treue befestigen ein Vorhängeschloss an der Brücke hängen und werfen den Schlüssel ins Wasser werfen. „Skeptiker nehmen ein Zahlenschloss, das kann man wieder verwenden.“

Vor dem hell erleuchteten Neuen Rathaus bleibt der Bus stehen. Neben einer überlangen Stretchlimousine wird ein Klapptisch aufgestellt und Lütje Lage getrunken. Bürgermeister Hermann zeigt, wie es geht. Am Sonnabendabend Lüttje Lange vor dem Rathaus, das ist für ihn eine Premiere.

Auch Kucaks „Sightseeing-Show“ Tour ist eine Jungfernfahrt. Kurzer Stopp am Denkmal der Göttinger Sieben in Landtagsnähe. Leider hören die Busreisenden Kucaks Erklärungen, der draußen mit Bauhelm und -lampe am Denkmal steht über das Mikrofon nur bruchstückhaft.

Nach 80 Minuten steht der Bus wieder am Ausgangspunkt, vor der Bar „Sternwarte“ in der Theaterstraße. „Was, wir sind schon wieder da?“, fragt eine Frau. Das Fazit einer Mitfahrenden: „Das war sehr unterhaltsam, an einigen Stellen muss Herr Kucak noch etwas feilen, aber es ist eine neue Idee, und so etwas sollte man unterstützen.“

Ticktets und Termine

„Hannover – die Showtour auf vier Rädern“ wird ab sofort jeden Sonnabend um 20 Uhr angeboten. Start- und Zielpunkt ist die Bar „Sternwarte“ in der Theaterstraße. Tickets kosten 28 Euro in allen HAZ-Ticketshops. Es gibt 31 Sitzplätze pro Tour.     

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