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Aus der Stadt Hannover feiert den Tag der Bundeswehr
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert den Tag der Bundeswehr
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00:17 16.06.2015
Von Jörn Kießler
Foto: Die Besucher sollten den Tag der offenen Tür nutzen, um den Soldaten ein Loch in den Bauch zu fragen und so zu erfahren, was den Reiz der Arbeit bei den Streitkräften ausmacht.
Ministerin von der Leyen: Die Besucher sollten den Tag der offenen Tür nutzen, um den Soldaten ein Loch in den Bauch zu fragen und so zu erfahren, was den Reiz der Arbeit bei den Streitkräften ausmacht. Quelle: Lübke
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Dabei interessierten sich vor allem die vielen Kinder und Jugendlichen unter den Besuchern für die Panzer, Waffen und Einsatzfahrzeuge, die auf dem Gelände der Feldjäger-Kaserne in Bothfeld ausgestellt waren.

„Verständlich“ fand das Oberstabsgefreiter Kai Schöning, der den Besuchern einen Leopard Schützenpanzer von innen zeigte. Wo sonst könne man mit so eindrucksvollen Fahrzeugen fahren? „Der Leopard ist einfach das mächtigste Landfahrzeug, das es derzeit gibt“, schwärmte der 27-Jährige. „62,5 Tonnen Gewicht, dank seiner 1300 PS trotzdem wendig und ausgestattet mit einer 120-Millimeter-Kanone.“ Markus Ebest und sein Sohn Moritz etwa schauten sich all das interessiert an. „Wir sind auch gekommen, um uns mal anzusehen, über welche Fahrzeuge und Ausrüstung die Bundeswehr verfügt“, sagte Ebest.

Zum 60-jährigen Bestehen der Armee feierte die Bundeswehr zum ersten Mal den Tag der Bundeswehr an insgesamt 15 Standorten in ganz Deutschland. In Hannover sind rund 3000 Personen der Einladung gefolgt.

Keine hundert Meter entfernt konnten selbst Kinder das derzeit viel diskutierte Sturmgewehr G36 aus nächster Nähe betrachten. Wegen Problemen mit der Schussgenauigkeit hatte von der Leyen zuletzt entschieden, dass 167 000 Gewehre ausgemustert oder nachgerüstet werden müssen. Das aber wurde am Jubi­läumstag nicht weiter thematisiert –
schließlich wollte sich die Bundeswehr im besten Licht zeigen. Dabei half unter anderem Diskus-Olympiasieger Robert Harting, der Mitglied der Truppe ist.

Ursula von der Leyen stattet dem Tag des Bundeswehr in Hannover einen Besuch ab. Quelle: dpa

Gegen diese Art von Werbung demonstrierten vor dem Eingang der Kaserne Agnes Hasenjäger und Brunhild Müller-Reiß vom Friedens-Büro Hannover. „Die Bundeswehr stellt sich als ganz gewöhnliche Firma und als toller Arbeitgeber dar“, sagte Müller-Reiß. „Dass bei den Kriegseinsätzen auch Menschen getötet werden und die Soldaten dafür ausgebildet werden, wird da gerne verschwiegen.“ Insgesamt fand sich jedoch nur eine Handvoll Demonstranten ein.

Derweil dankte von der Leyen per Videoübertragung auch den Soldaten an den 14 weiteren Standorten, an denen ebenfalls gefeiert wurde. „Frieden, Freiheit und Sicherheit sind keine Selbstverständlichkeit“, sagte sie. Die rege Teilnahme unterstreiche den Rückhalt der Streitkräfte in der Bevölkerung.

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