Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover gewinnt beim Umbau des Telekom-Konzerns
Hannover Aus der Stadt Hannover gewinnt beim Umbau des Telekom-Konzerns
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:33 30.09.2010
Baut den Konzern um: Telekom-Chef René Obermann. Quelle: afp

Für bundesweit knapp 4000 Mitarbeiter im Geschäftskundenbereich und in der internen IT hat die Deutsche Telekom dieser Tage eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Ihre Arbeitsplätze sind sicher. Die schlechte: Ihre Arbeitsplätze sind künftig woanders.

Der Bonner Konzern will bis Ende 2012 die weit verstreuten gut 200 Standorte dieser beiden Bereiche an nur noch 14 Orten zusammenführen. Darüber habe man „über Monate“ mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, jedoch ohne Ergebnis, hieß es. Nun stellte der Konzern seine Pläne den Betriebsräten vor. Die Zentralisierung rüttele an der Existenzgrundlage vieler Beschäftigter, sagte Lothar Schröder vom Bundesvorstand der Gewerkschaft ver.di gestern. Tatsächlich muten die Bonner ihren Beschäftigten einige Härten zu. Im Flächenland Niedersachsen wird dies besonders deutlich.

So soll der Geschäftskundenbereich in Hannover von jetzt 335 Mitarbeitern auf 707 wachsen – durch Beschäftigte aus Bielefeld, Kassel, Steinfurt und Detmold, die künftig an der Leine arbeiten. Aber auch rund 200 Mitarbeiter aus Osnabrück, Oldenburg, Braunschweig und Göttingen sollen ihren Arbeitsplatz dann in Hannover wiederfinden.

132 Programmierer, Systemanalytiker und andere Informatiker von Aurich über Buxtehude bis Uelzen bekommen neue Arbeitsplätze in Münster angeboten, darunter auch 84 aus Hannover. Acht Mitarbeiter aus Braunschweig, Göttingen und Herzberg sollen nach dem Willen des Konzerns nach Leipzig pendeln oder dorthin umziehen.

Bereits vor zwei Jahren hat die Telekom nach ähnlichem Muster ihre Callcenter an wenigen Standorten zentralisiert. Nun sind höher qualifizierte Arbeitsplätze an der Reihe. Der Konzern begründet seine Pläne in einem internen Papier mit der „Schaffung einer modernen, produktiven und effizienten Struktur“. Viele Teams, die gemeinsam Aufgaben erledigen, seien „auseinandergerissen“ und „können sich kaum persönlich austauschen“, schreibt der Telefon- und Internetkonzern. Die Kosten für Miete und IT seien „viel zu hoch“. Häufig sei „gar keine Führungskraft vor Ort“.

ver.di-Fachbereichsleiter Hugo Waschkeit in Hannover hält die Argumente für vorgeschoben. Er wirft Telekom-Chef René Obermann einen Personalabbau durch die Hintertür vor. Denn es sei doch sehr unwahrscheinlich, dass jeder seinem Arbeitsplatz nach Münster oder gar Leipzig folgen werde. Viele würden sicher selbst kündigen. Weil es Gewinner und Verlierer gebe, befürchtet Waschkeit eine „Spaltung der Belegschaft“ – „das ist das Schlimme“. Die Telekom verspricht, Härtefälle gemeinsam mit den Betriebsräten lösen zu wollen. Weil kein Standort aufgegeben werde, könnten solche Mitarbeiter in anderen Bereichen des Konzerns am angestammten Ort eine neue Beschäftigung finden.

Helmuth Klausing

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kanzlerin Merkel plant, Mieter bei energetischen Wohnungs-Sanierungen stärker zu belasten. Eine Idee, die Fachleute der Wohnungswirtschaft in Hannover zwar für wünschenswert halten - aber nicht für durchsetzbar. Bei höheren Kosten würden Mieter einfach umziehen.

Veronika Thomas 01.10.2010

Künftig will die Polizei häufiger auf der Rotlicht- und Partymeile in Hannover Präsenz zeigen - und wird dafür von den Steintor-Wirten heftig kritisiert. Durch die Großkontrollen fühlen sich die Klub-Betreiber diskriminiert.

30.09.2010

Während ganz Deutschland über Integration diskutiert, ist sie in den Schulen längst Alltag - und bedeutet eine große Herausforderung. Die HAZ hat drei Grundshculen in Hannover besucht, gemeinsam mit Schulpolitikern aus dem Landtag und dem Rat der Stadt. Im dritten und letzten Teil der Serie geht es um die Egestorffschule in Linden-Süd.

29.09.2010