Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover hat Routine im Bahnstreik
Hannover Aus der Stadt Hannover hat Routine im Bahnstreik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 24.04.2015
Von Jörn Kießler
Foto: Weder am Infoschalter in der Bahnhofshalle noch im Reisezentrum haben sich am frühen Morgen lange Schlangen gebildet.
Weder am Infoschalter in der Bahnhofshalle noch im Reisezentrum haben sich am frühen Morgen lange Schlangen gebildet. Quelle: Jörn Kießler
Anzeige
Hannover

Viele Reisende sind offenbar auf das eigene Auto umgestiegen oder haben sich eine andere Mitfahrtgelegenheit organisiert. Weder am Infoschalter in der Bahnhofshalle noch im Reisezentrum haben sich bis 7.15 Uhr lange Schlangen gebildet. Natürlich sind die Reisenden über den Streik, der noch bis Donnerstag anhalten soll, nicht erfreut. Der Ton am Hauptbahnhof ist aber bisher noch freundlich.

Hannover hat Routine im Bahnstreik. So zumindest wirkt es am Morgen am Hauptbahnhof, der trotz Berufsverkehrszeit ziemlich leer ist.

Dazu tragen sicher auch die Schalter bei, die die Bahn mit mehr Mitarbeitern als gewöhnlich besetzt hat. Dazu kommt, dass auch am ersten Tag, an dem der Streik der GdL auch den Personenverkehr betrifft, wieder mehrere Bahnmitarbeiter kostenlos Kaffee an die Wartenden verteilen.

Service

Fällt Ihr Zug aus? Welche Rechte haben Sie als Fahrgast? Alles, was Sie zum Bahnstreik wissen müssen, finden Sie hier.

Auch Jan Manfras, Vorsitzender des GdL-Ortsverbandes Hannover hat sich am Hauptbahnhof eingefunden. "Bisher bin ich mit dem Streik sehr zufrieden", sagt er. Von den 400 aktiven Mitgliedern seines Ortsverbandes habe er bereits von 50 eine Rückmeldung, dass sie ihre Arbeit niedergelegt haben. Einige von ihnen sind noch in Süddeutschland, weil sie dort eine Übernachtung hatten, als der Streik in der Nacht zu Mittwoch begann.

Auch für sie gestaltet sich die Rückreise nach Hannover schwierig. "Während des Streiks dürfen sie nicht nur selbst keinen Zug steuern, erklärt Manfras. "Sie dürfen auch nicht beruflich damit reisen." Das bedeutet, dass GdL-Lokführer zwar mit einem Zug, den ein verbeamteter Kollege fährt, reisen dürfen. Allerdings müssen sie dafür wie jeder andere Bahnreisende eine Fahrkarte lösen.

Manfras ist dennoch zuversichtlich, dass viele Mitglieder seines Ortsverbandes zu der geplanten Kundgebung um 10 Uhr vor dem Hauptbahnhof kommen. "Wir wollen uns ganz bewusst den Fragen der Presse aber auch der Fahrgäste stellen", sagt er. "Viele sehen nämlich nur, dass wir streiken, nicht aber, dass es auch eine Gegenseite gibt, die überhaupt nicht bereit ist, ernsthaft über unsere Forderungen zu verhandeln."

Michael Zgoll 24.04.2015
Aus der Stadt Experten warnen vor Verdrängungswettbewerb - Möbelhaus schafft 500 Jobs in Hannover
Conrad von Meding 21.04.2015
Tobias Morchner 24.04.2015