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Aus der Stadt Hannover hat die unsichersten Autos
Hannover Aus der Stadt Hannover hat die unsichersten Autos
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11:11 18.12.2009
Von Rüdiger Meise
Ein TÜV-Mitarbeiter kontrolliert einen Golf Plus - einen der Sieger der TÜV-Mängellstatistik. Quelle: Rainer Surrey

24,8 Prozent der Autos, die 2009 in Hannover geprüft wurden, hatten erhebliche Mängel. Landesweit waren es nur 18,5 Prozent, teilte der TÜV am Donnerstag in Hannover mit.

Der TÜV-Report 2010 beginnt pessimistisch: „Die Anzahl von Fahrzeugen mit erheblichen Mängeln ist auf gleichbleibend hohem Niveau.“ Positiv hingegen sei der Anstieg der Autos ohne Mängel von 43,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf aktuell 44,5 Prozent. Landesweit blieben 54,8 Prozent der Fahrzeuge ohne Mängel. „Hannover kämpft mit den typischen Problemen einer Groß- und Universitätsstadt“, sagt Klaus Jürgensen, Leiter Zentraler Vertrieb des TÜV Nord: „Viele junge Menschen mit wenig Geld fahren teilweise alte, reparaturanfällige Autos.“ Außerdem hätten viele Fahrzeuge keinen Garagenplatz und würden im Freien stehen. „Das erhöht den Verschleiß.“ Thomas Kasten, Leiter der TÜV-Station Döhren, mahnt aber auch: „Die Schere zwischen den Autofahrern, die in Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge investieren, und solchen, die genau daran sparen, klafft in Hannover weiter auseinander als in den Vorjahren.“

Den im Vergleich zum Vorjahr leicht verbesserten Gesamtzustand der Fahrzeuge erklärt Jürgensen mit der Mitte Januar gestarteten Abwrackprämie. Mehr als drei Viertel der mithilfe der Abwrackprämie entsorgten Fahrzeuge sei zwischen neun und zwanzig Jahre alt gewesen. „Fahrzeuge dieses Alters sind unserer Sorgenkinder auf den Straßen, sie weisen erfahrungsgemäß viele sicherheitsrelevante Mängel auf.“ Die ursprüngliche Vermutung, dass wegen der Abwrackprämie auch viele jüngere Fahrzeuge verschrottet würden, habe sich nicht bestätigt. „Das Durchschnittsalter der betroffenen Fahrzeuge lag bei 14,4 Jahren.“ Das lege nahe, dass viele Autofahrer, die sich in absehbarer Zeit sowieso ein Auto hätten anschaffen müssen, die Prämie als Mitnahmeeffekt genutzt hätten.

„Wie sich die Abwrackprämie im Ganzen auswirkt, werden wir sicher erst im kommenden TÜV-Report sehen können“, sagt Jürgensen. Denn der Erhebungszeitraum des TÜV-Berichts beginnt im Sommer 2008 und endet im Sommer 2009. Absehbar ist aber ein positiver umweltpolitischer Effekt der Abwrackprämie: „Es sind deutlich mehr Kleinwagen verkauft worden, also Fahrzeuge mit geringerem Benzinverbrauch.“ Jürgensen erwartet aber, dass das Gesamtalter der Fahrzeugflotte im kommenden Jahr wieder ansteigt, wenn wie prognostiziert erheblich weniger Neuwagen gekauft würden als im Jahr der Abwrackprämie. Einen umweltpolitisch positiven Effekt hatte aus Sicht des TÜV auch die Umweltzone in Hannover. Zwar werde man einen messbaren Effekt erst 2010 feststellen können, wenn nur noch Autos mit grünen Abgasplaketten in der Umweltzone erlaubt sind. „Aber wenn man Maßnahmen durchsetzen kann, die zu umweltfreundlicher Technologie führen, dann sollte man das tun“, betont Jürgensen.

Während die Zahl der Mängel an Bremsanlagen zurückgegangen ist, bleibt die Zahl der Mängel an Beleuchtungsanlagen nahezu konstant. 36,3 Prozent (Vorjahr: 36,0 Prozent) machen diese Baugruppe zum Mängelträger Nummer Eins. Jürgensen hebt hervor, dass der TÜV in den vergangenen Jahren ein aufwendiges System zur Qualitätssicherung aufgebaut habe, um flächendeckend ein gleichmäßiges Niveau der Prüfungen zu gewährleisten. „Denn die Qualität von Fahrzeugprüfungen wird nicht vom Markt reguliert, das müssen wir selbst sicherstellen.“

Plakette entfällt: Als wesentlichste Neuerung zum Januar 2010 bezeichnet Jürgensen die Abschaffung der am vorderen Kennzeichen angebrachten Plakette für die Abgasuntersuchung (AU). Die AU wird ab Januar in die Hauptuntersuchung integriert. Bei unterschiedlichen Laufzeiten gilt ab Januar das Fälligkeitsdatum der Hauptuntersuchung.

Preis steigt: Der Preis für die Hauptuntersuchung werde im Januar ansteigen, kündigt Jürgensen an. Künftig müssten Autofahrer – abhängig vom Fahrzeugtyp – zwischen 87 und 100 Euro für die Hauptuntersuchung zahlen. Bislang liegen die Preise zwischen 81 und 90 Euro für eine gemeinsame Abgas- und Hauptuntersuchung. Die sechseckige AU-Plakette werde ab Januar bei diesem Termin entfernt und eine Blanko-Plakette ersetzt, sagt Thomas Kasten. Er weist darauf hin, dass der frei werdende Platz auf dem amtlichen Kennzeichen nicht anderweitig überklebt werden dürfe – „beispielsweise durch ein Hannover-96-Logo“.

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