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Aus der Stadt Hannover hat einen guten Ruf, aber zu wenig Profil
Hannover Aus der Stadt Hannover hat einen guten Ruf, aber zu wenig Profil
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23:02 28.10.2009
Von Bernd Haase
Maschsee und Neues Rathaus – dieses Bild
haben viele
 Bundesbürger vor
 Augen, wenn sie an Hannover denken.
 Quelle: Rainer Dröse

Hannover wird bundesweit positiver wahrgenommen, als die Bewohner das von der Stadt und ihrem Umland glauben. Andererseits hat Hannover aber ein unauffälliges Profil: „Nur wenige Namen, Ereignisse oder Stimmungen werden markant mit der Region in Verbindung gebracht“, sagt Ingo Schoenheit, Geschäftsführer der hannoverschen Beratungsgesellschaft imug. Sie hat im Auftrag der Hannover Holding für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Marketing die bisher umfangreichste Imagestudie über Hannover durchgeführt. Sinn der Übung: „Wir wollen anhand der Ergebnisse eine neue Marketing- und Veranstaltungsstrategie entwickeln“, sagt Michael Beck, Geschäftsführer der Holding. Das werde Auswirkungen darauf haben, welche Projekte Stadt und Region künftig finanziell fördern.

Methode und Kosten: Die imug hat 3000 Männer und Frauen befragt – je 1500 in der Region Hannover und aus dem Bundesgebiet. Dabei ging es nicht nur um Schulnoten, sondern auch um gezielte Nachfragen in Interviewform. Die Kosten für die Studie in Höhe von 95 000 Euro hat die Sparkasse Hannover gezahlt. „Wir haben daran auch ein unternehmerisches Interesse“, sagt der Vorstandsvorsitzende Walter Kleine.

Die Binnensicht: Von den Befragten aus der Region Hannover finden jeweils zwei Drittel die Region sympathisch und attraktiv. Bei den Kriterien „vielfältig“, „weltoffen“ und „liebenswert“ erteilen die Hannoveraner ihrer Region und sich selbst gute Noten. 85 Prozent sind der Meinung, dass Hannover kein gutes Image hat, aber viel besser ist als sein Ruf. Auf einem Imageindex erreicht Hannover 79 von 100 Punkten – „ein guter Wert“, sagt Schoenheit.

Der Blick von draußen: Die Bundesbürger erteilen Hannover keine schlechten Noten, die besten gibt es für die Kriterien „selbstbewusst“ und „weltoffen“. Andererseits fällt ihnen zu der Region wenig ein. Am ehesten gilt sie als Wirtschaftsstandort. Auf die Frage, in welchem Bereich Hannover Spitze sei, antwortet knapp die Hälfte: „Ich weiß nicht.“ Der Imageindex liegt bei 72 Punkten.

Der Städtevergleich: Die imug hat bei ihren Interviews nach den Vergleichsstädten Düsseldorf, Bremen, Nürnberg und Leipzig gefragt. Im Gesamtergebnis landet Hannover knapp hinter Nürnberg auf Platz zwei. Den Ausschlag hierfür gibt das hannoversche Stadtbild, das als unattraktiv eingestuft wird. So urteilen sowohl in Region als auch bundesweit die Befragten mehrheitlich, Hannover sei jünger und dynamischer als die Vergleichsstädte. Aus diesen Resultaten lässt sich laut Schoenheit Kapital schlagen: „Die Region braucht mehr Selbstbewusstsein. Die wichtigsten Meinungsbildner sind dabei nicht Broschüren, sondern die Menschen, die hier leben und arbeiten.“

Das Schmuckstück: Wenn die Bundesbürger etwas mit Hannover in Verbindung bringen, sind es zwei Dinge: die Messe; in viel stärkerem Maße aber Herrenhausen. „Es wird als Freizeitpark, Veranstaltungsort, Barockgarten und Kulturinstitution markant mit Hannover in Verbindung gebracht“, schreibt die imug. Anders fällt das Ergebnis aus, wenn nach optischen Bildern gefragt wird. Dann denken die Bundesbürger an das Neue Rathaus und den Maschsee.

Was weniger zieht: Um als spürbarer Imageträger wahrgenommen zu werden, müsste Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga zu den Spitzenvereinen zählen, meint Schoenheit. Schützenfest und Zoo seien zwar bekannt, aber eher von regionaler als von bundesweiter Bedeutung.

Die Bewertung durch die Chefs: „Wenn ein mieses Ergebnis herausgekommen wäre, hätten wir ein Problem. Haben wir aber nicht. Deutschland mag Hannover“, sagt Oberbürgermeister Stephan Weil. Die Region sei gut, könne aber noch ein bisschen besser werden. Regionspräsident Hauke Jagau erklärte, die gesamte Region müsse unter der Dachmarke Hannover künftig griffig dargestellt werden.

Das weitere Vorgehen: Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Studie sollen nun breit diskutiert werden – von der Politik ohnehin, aber auch von der Wirtschaft und weiteren Interessensgruppen. Dafür werden einige Monate ins Land ziehen. Was dabei herauskommen könnte, umreißt Schoenheit so: „Es bringt nichts, Hannover mal als Wissenschafts-, mal als Einkaufs- und mal als Sportstadt etablieren zu wollen.“ Statt vorschnell in eine verbesserte Werbung zu investieren, müsse man einige zukunftsträchtige Themen und Projekte definieren, mit denen Hannover bundesweit punkten könne. Dies findet die Unterstützung von Sparkassenchef Kleine: „Auch von der Wirtschaft wird eine Fokussierung gewünscht“, sagte er.

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