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Aus der Stadt Hannover ist für Kinder die gefährlichste Großstadt
Hannover Aus der Stadt Hannover ist für Kinder die gefährlichste Großstadt
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00:15 19.12.2012
Die Kreuzung vor der Grundschule Auf der Loh in der Nordstadt ist einer von vielen Gefahrenpunkten für Kinder im Stadtgebiet. Quelle: Link (Archiv)
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Hannover

Der Studie, die zum zweiten Mal erscheint, liegen alle Unfälle der Jahre 2006 bis 2010 zugrunde, bei denen Kinder im Straßenverkehr verletzt oder getötet wurden. Den neuesten Zahlen zufolge, die vorab vom Nachrichtenmagazin Focus veröffentlicht wurden, kommen in Hannover auf 1000 Kinder durchschnittlich 3,35 Unfälle. Das beste Ergebnis im neuen Kinderunfallatlas erzielte die Stadt Leipzig. Dort ereigneten sich lediglich 2,23 Unfälle je 1000 Kinder.

Die Stadt Hannover hatte bereits bei der ersten Studie zu Kinderunfällen, die im Jahr 2008 veröffentlicht wurde und sich auf Daten aus den Jahren 2003 bis 2005 bezog, den schlechtesten Platz belegt. Damals lag die Unfallbelastung in Niedersachsens Landeshauptstadt bei 3,94 Unfällen pro 1000 Kinder. Die Gefahr, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden war der ersten Studie zufolge in Hannover für Menschen unter 15 Jahren 1,5-Mal so hoch wie beispielsweise in Städten wie Nürnberg oder Leipzig.

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Polizei und Stadt hatten auf die Zahlen reagiert. Die Verwaltung lud zu mehreren Runden Tischen der Verkehrsexperten in Hannover. Dort wurde unter anderem ein Programm zum Umbau gefährlicher Straßen und Plätze in der Stadt ins Leben gerufen, das bis heute fortgeführt wird. Allein in diesem Jahr stellte die Stadt 400.000 Euro für die bauliche Entschärfung von 20 Gefahrenstellen zur Verfügung. Bis Ende 2015 sollen insgesamt 120 solcher Gefahrenstellen umgebaut werden.

Zudem kennzeichnen rote Fahnen im Stadtgebiet Orte, an denen sich ein Unfall mit einem Kind ereignet hat. Auf diese Weise sollen die Auto- und Radfahrer auf die Gefahrenstellen hingewiesen werden. Die Polizei setzte angesichts der erschreckenden Untersuchungsergebnisse verstärkt auf Präventionsarbeit. So besuchen die Kontaktbeamten der Polizeiinspektion Süd alle 80 Kindergärten in ihrem Zuständigkeitsbereich sechs Mal pro Jahr, um mit den Kindern Themen wie das Aufsetzen von Fahrradhelmen oder das Anschnallen im Auto zu erörtern.

Seit Beginn der Maßnahmen ist die Zahl der verunglückten Kinder im Stadtgebiet rückläufig. Waren im Jahr 2005 noch 293 Kinder bei Unfällen verletzt worden, schrumpfte die Zahl bereits 2008 auf 197 und lag im Jahr 2011 bei 188. Doch offenbar reichen alle bisherigen Anstrengungen noch immer nicht aus. Anders ist das schlechte Abschneiden Hannovers im gerade fertig gestellten zweiten Kinderunfallatlas nicht zu erklären.

Polizei und Stadtverwaltung wollen sich erst heute dazu äußern. Man wolle sich die Studie erst genau ansehen und sie mit den eigenen Daten vergleichen, hieß es seitens der Verwaltung wie auch der Polizeidirektion. Polizeipräsident Axel Brockmann hatte jedoch schon im Mai davon gesprochen, dass die Zahl der Unfälle mit Kindern seit Anfang des Jahres deutlich gestiegen sei. Im Jahr 2011 ereigneten sich 188 Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren. Im ersten Quartal dieses Jahres waren bereits 51 Fälle gezählt worden. Neuere Zahlen liegen bislang nicht vor.

Tobias Morchner/Andreas Schinkel

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