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Aus der Stadt Hannover lässt Ampeln an der Galerie neu programmieren
Hannover Aus der Stadt Hannover lässt Ampeln an der Galerie neu programmieren
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21:46 01.09.2010
Gefährliche Enge: Die Ampelschaltungen vor der Ernst-August-Galerie haben von Verkehrsplanern die Note „mangelhaft“ erhalten. Quelle: Rainer Surrey
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Bevor zum Weihnachtsgeschäft wieder Hunderttausende Einkaufsgäste in die Innenstadt strömen und die Straßen zwischen Hauptbahnhof und dem Einkaufszentrum Ernst-August-Galerie verstopfen, lässt die Stadt schnell noch die Ampelschaltungen an den Überwegen ändern. Im Vorjahr war es dort häufig zu riskanten Situationen gekommen, weil die Signalschaltungen zwar allen Linienbussen und Stadtbahnen unbedingten Vorrang geben, die Fußgängermassen an den Überwegen aber überhaupt nicht berücksichtigen. Die Wartezeiten seien „für Fußgänger nicht akzeptabel“, stellte am Mittwoch der Darmstädter Verkehrsplaner Carsten Hagedorn im Bauausschuss des Rates klar. Dass es nicht zu Unfällen komme, sei „nur der Rücksichtnahme vieler Autofahrer“ zu verdanken. Er hat im Auftrag der Stadt eine neue Ampelschaltung entwickelt, die nun wohl kurzfristig umgesetzt werden soll. Zusätzlich empfiehlt er Umbauten an der Kreuzung und eine starke Reduzierung der Autovorfahrt auf dem westlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes. Stadtbaurat Uwe Bodemann betonte allerdings, dass mit derartigen Bauprojekten gewartet werden soll, bis eine Entscheidung über die Zukunft der Stadtbahntrasse in dem Bereich getroffen ist.

Bis zu 7000 Fußgänger in Spitzenstunden haben die Darmstädter Verkehrsplaner vom Büro R+T zur Vorweihnachtszeit 2009 auf der Kreuzung gezählt. „Das sind mehr als 100 pro Minute“, verdeutlichte Ingenieur Hagedorn am Mittwoch im Ausschuss. Eine so stark frequentierte Kreuzung brauche eine moderne Ampelschaltung, die den jeweiligen Bedürfnissen von öffentlichem Nahverkehr, Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern Rechnung trägt. Bei der Gelegenheit erfuhren die Ratspolitiker, dass an der Kreuzung ein „Signalprogramm installiert ist, das sehr sensibel auf Störungen reagiert“: Immer wieder würden Schaltphasen abgebrochen, weil die Anlage etwa mit Radfahrern auf der Straße oder wartenden Autos nicht klarkommt. Bei Frank Nikoleit (Linke) und Thomas Hermann (SPD) löste das Erstaunen bis Verärgerung aus: Vor dem Bau des Einkaufszentrums hatten andere Gutachter bescheinigt, dass die Ampelkreuzung die Zunahme des Verkehrs verkraften werde.

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Für Fußgänger jedenfalls ergäben sich Wartezeiten von mehr als 120 Sekunden, führte Planer Hagedorn aus. Das rechtfertige nach Abwägung aller Daten nur die Note „mangelhaft“. Wenn der Stadtbahnverkehr Verzögerungen von durchschnittlich ein bis zwei Sekunden in Kauf nehme, könne der Wert für Fußgänger bis zur Note „befriedigend“ verbessert werden. Michael Dette (Grüne) pochte allerdings darauf, dass „der vom Rat beschlossene absolute Vorrang“ für öffentlichen Nahverkehr nicht aufgegeben wird. Bodemann will nun noch einmal präzise Daten anfordern.

Umbau empfohlen: Nach Prüfung mehrerer Umbauvarianten empfehlen die Planer, die westliche Auffahrt des Bahnhofsplatzes zur reinen Taxivorfahrt zu verkleinern. Fußgänger hätten dann mehr Raum, sie könnten schräg über die Kreuzung zur Galerie geführt werden. Über derartige Pläne soll aber frühestens 2011 debattiert werden.

Conrad von Meding und Isabel Christian

Thorsten Fuchs 01.09.2010
Sonja Fröhlich 01.09.2010