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Aus der Stadt Hannover macht Platz für Hannah Arendt
Hannover Aus der Stadt Hannover macht Platz für Hannah Arendt
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00:15 05.04.2015
Oberbürgermeister Stefan Schostok (l., SPD), Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) und Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) enthüllen das neue Schild. Quelle: dpa
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Hannover

Oberbürgermeister Stefan Schostok hat am Gründonnerstag den Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz in Hannah-Arendt-Platz umbenannt. Dem SPD-Politiker Kopf werden von Historikern Verstrickungen mit dem Nazi-Regime vorgeworfen. Das neue Schild wurde am Vormittag enthüllt. Bei der kleinen Feierstunde sprachen auch zwei der Anlieger des umbenannten Platzes ein Grußwort: Landtagspräsident Bernd Busemann und Sozialministerin Cornelia Rundt.

Für die Umbenennung hatten sich vor allem SPD, Grüne und FDP starkgemacht. Dem SPD-Politiker Kopf, der 1946 zum ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens gewählt worden war, werden von Historikern Verstrickungen mit dem Nazi-Regime vorgeworfen. Kopf war in dieser Zeit an der Enteignung von Juden in Polen beteiligt. Eine Infotafel auf dem Platz soll ebenfalls von morgen an den Lebensweg von Kopf darstellen und die Umbenennung erklären.

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Die 1906 in Linden geborene jüdische Publizistin Hannah Arendt war vor den Nationalsozialisten geflohen und spielte in der späteren Aufarbeitung der ­NS-Zeit eine wichtige Rolle. Sie prägte den Begriff von der „Banalität des Bösen“, während sie als Journalistin vom Kriegsverbrecherprozess gegen Adolf Eichmann berichtete. Arendt starb 1975 in New York.

Die Umbenennung geht auf den Vorschlag des Straßennamenbeirats der Landeshauptstadt zurück, der sich seit etwas mehr als einem Jahr regelmäßig trifft. Das neunköpfige Gremium soll sich innerhalb von zwei Jahren mit etwa 400 Persönlichkeiten beschäftigen, die in Hannover mit Straßennamen, Ehrengräbern oder als Stadtplakettenträger geehrt werden. Vor der Sommerpause will der Beirat eine erste Zwischenbilanz seiner Arbeit vorlegen.

Von Mathias Klein

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