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Aus der Stadt Hannover richtet Special Olympics aus
Hannover Aus der Stadt Hannover richtet Special Olympics aus
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00:15 17.11.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: Ausschnitt aus der Eröffnungszeremonie der Special Olympics, die in diesem Jahr in Belgien stattfand.
Ausschnitt aus der Eröffnungszeremonie der Special Olympics, die in diesem Jahr in Belgien stattfand.  Quelle: dpa
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Hannover

Die Hannoveraner können sich eine weitere sportliche Großveranstaltung in ihren Kalendern notieren. Die Special Olympics Deutschland werden im Mai 2016 nach Hannover kommen. Um die Wettkämpfe für geistig Behinderte und Menschen mit mehrfacher Behinderung hatte sich auch Magdeburg beworben, doch am Freitag teilte das Präsidium der Special Olympics Deutschland (SOD)mit, dass Hannover den Zuschlag erhält. „Hannover ist erfahren in der Organisation großer Veranstaltungen“, sagte SOD-Präsident Gernot Mittler in seiner Begründung. Man sei überzeugt, dass die Athleten beste Bedingungen für ihre sportlichen Wettbewerbe vorfinden. Rund 5000 Sportler werden sich eine Woche lang in 19 Disziplinen messen.

Im Rathaus ist die Freude groß. „Wir sind alle begeistert“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Auch die Ratspolitiker beeilen sich, ihren Überschwang zum Ausdruck zu bringen. „Das ist klasse. Wir können uns als guter Gastgeber präsentieren und zeigen, dass uns das Thema Inklusion am Herzen liegt“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Auch Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert begrüßt die Veranstaltung und findet, dass sie regelmäßig in Hannover stattfinden könne – trotz erster „Anlaufschwierigkeiten“. Damit spielt er auf eine Debatte im Sportausschuss an, die sowohl SPD als auch CDU erzürnt hatte. Die Grünen fühlten sich vom OB schlecht informiert und verweigerten zunächst ihre Zustimmung. Erst im Finanzausschuss zwei Tage später fiel die Entscheidung für die Special Olympics – einstimmig und ohne Murren.

Tatsächlich räumt Schostok ein, dass er nur wenige Tage Zeit hatte für die Bewerbung. „Wir haben uns das kurzfristig überlegt“, sagt er. Nach Informationen der HAZ hat Magdeburg eine umfangreiche Bewerbungsmappe eingereicht, während Hannover sein Konzept eher in groben Zügen gezeichnet hatte. Dennoch hat Hannover jetzt das Rennen gemacht, was auch mit den Unterbringungsmöglichkeiten zu tun haben dürfte.

Mit 12.000 bis 14.000 Gästen rechnet die Verwaltung – eine lösbare Aufgabe für eine Messestadt. „Wir werden zusammen mit der Hannover Marketing- und Tourismusgesellschaft ein Konzept entwickeln, wie die Vergabe von Unterkünften zu organisieren ist“, sagt Sport-Fachbereichsleiterin Heike Rudolph. Sportpolitiker Bindert appelliert an die Hoteliers, sich mit Übernachtungspreisen zurückzuhalten. „Sie sollten nicht in den üblichen Messetrott verfallen“, sagt er.

Eröffnet werden die Spiele mit einer feierlichen Zeremonie in der TUI Arena. Austragungsstätten für die Wettkämpfe sind das Sportleistungszentrum sowie das Erika-Fisch-Stadion und das Stadion­bad. Ginge es nach dem Sanierungsplan der Stadt, wäre das Stadionbad im Mai 2016 aber eine Baustelle. „Wir werden darauf Rücksicht nehmen, dass wir jetzt die Special Olympics ausrichten“, sagt Rudolph. Die Golf-Wettkämpfe würden im Umland organisiert.     

Kaum Kosten für die Stadt

Die Special Olympics kosten insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. Auf 400.000 Euro beläuft sich der Anteil der Stadt, doch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ist zuversichtlich, dass die Summe komplett von Sponsoren übernommen wird. „Die Unterstützung, die wir bisher bekommen haben, legt diesen Schluss nahe“, sagt er vorsichtig. Die Region und das Land will er mit ins Boot holen, zugleich setzt Schostok auf private Förderer. Auf eine Nutzungsgebühr für die Sportstätten verzichtet die Stadt ohnehin.

Die Special Olympics sind vom Geist des Mitmachens getragen, aber keine bloße Spaßveranstaltung. „Es geht durchaus um sportliche Leistungen und Wettkampf“, sagt Christine Herbrig vom Landesverband Niedersachsen der Special Olympics. Aus ganz Deutschland reisen Athleten an und messen sich in Disziplinen wie Reiten, Leichtathletik und Judo. Die geistig behinderten Menschen bereiten sich lange auf die Turniere vor und trainieren hart.     

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