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Aus der Stadt Hannover ruft um Hilfe
 für Armutsflüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Hannover ruft um Hilfe
 für Armutsflüchtlinge
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00:15 13.12.2013
Von Andreas Schinkel
„Wir müssen neue Konzepte entwickeln“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Sie sollen zur Verbesserung des Lebensstandards von Armutsflüchtlingen beitragen. Quelle: Moritz Küstner
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Hannover

Die steigende Zahl von Armutsflüchtlingen aus Südosteuropa bringt die Stadt Hannover in Bedrängnis. „Wir müssen neue Konzepte entwickeln“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Die Stadt stehe vor einer großen Herausforderung, denn etliche Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien stammten aus bitterarmen Verhältnissen. Viele haben nur einen geringen Bildungsstand „und deshalb zunächst wenig Chancen für eine erfolgreiche Integration“, sagt Schostok. Die politische Verantwortung für die Armutszuwanderung liege bei der Bundesregierung und der EU, von beiden fühle man sich allein gelassen. „Wir erwarten jetzt Unterstützung“, sagt Schostok.

3500 Rumänen und Bulgaren wohnen inzwischen in Hannover – mehr als drei Mal so viel wie noch vor fünf Jahren. Dazu zählen zwar auch Studenten und ausgebildete Fachkräfte, aber auch etliche Menschen, die Armut und Repression entfliehen. „Jede Form der Veränderung bedeutet für diese Gruppe eine Verbesserung ihrer Lebenssituation“, sagt Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter. Oft fehle es aber an „Integrationsbereitschaft“. Im Gegensatz zu Asylsuchenden sind Südosteuropäer EU-Bürger. Sie haben keinen Anspruch auf einen Unterkunftsplatz, es sei denn sie werden obdachlos. 100 Rumänen und Bulgaren hat die Stadt derzeit in Obdachlosenheimen untergebracht, alle anderen haben zwar Wohnungen auf dem freien Markt gefunden, leben aber oft in äußerst beengten Verhältnissen. „Dadurch kommt es zu Schwierigkeiten mit den Nachbarn und nicht selten zur Kündigung des Mietvertrags“, berichtet Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann. Dennoch will er keine weiteren Notunterkünfte bauen. „Wir dürfen keine falschen Signale setzen und etwas anbieten, das über unsere Leistungsfähigkeit hinausgeht“, sagt Bodemann.

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Hannover steht mit dem Problem nicht allein da. Auch andere Großstädte wie Berlin, Dortmund und Duisburg sind beliebte Zielorte für Armutsflüchtlinge. „Wir sind im Kontakt mit diesen Städten, aber ein Patentrezept hat bisher niemand gefunden“, sagt Sozialdezernent Walter. Deshalb sei es unumgänglich, dass die EU und die Bundesregierung den Kommunen unter die Arme greift.Zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund fordert Hannover, in erster Linie die Lebensbedingungen in den Heimatländern zu verbessern, etwa durch EU-Förderprogramme. Dabei muss Rumänien und Bulgarien beim Ausschöpfen der EU-Töpfe geholfen werden, denn beide Länder haben die ihnen zustehenden Mittel in den vergangenen Jahren kaum abgerufen. Zudem sollte Deutschland einen Fonds auflegen, der die Kosten der Kommunen für die Integration der Armutsflüchtlinge ausgleicht.

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