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Aus der Stadt Hannover saniert Leinemauer für 2,3 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Hannover saniert Leinemauer für 2,3 Millionen Euro
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07:37 20.02.2013
Von Andreas Schinkel
Historisch bedeutend: Die Flussmauer bröckelt und muss repariert werden. Quelle: Behrens
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Hannover

Die einsturzgefährdete Leinemauer am Leibnizufer wird endlich repariert. Fast 2,3 Millionen Euro lässt sich die Stadt Hannover die Sanierung des Uferstücks nördlich der Schlossstraße in Höhe des Parkplatzes kosten. Dabei soll die rund 35 Meter lange historische Mauer, die sich bedenklich nach vorn neigt und abzubröckeln droht, Stück für Stück abgetragen und wiederaufgebaut werden. Die Ziegelsteinmauer ein paar Meter weiter nördlich wird durch eine Treppe aus Sandstein ersetzt, die Besucher bis zum Wasser führt. Dort soll auch ein Bootsanleger entstehen, der ein Stück weit in den Fluss hineinragt und von dem aus ein Panoramablick auf die Leine möglich ist. Der Bezirksrat Mitte, dem die Pläne am Montagabend präsentiert wurden, votierte einhellig für das Bauvorhaben, das bereits im Herbst beginnen soll.

Der historische Abschnitt der Leinemauer zählt zu den ältesten Zeugnissen der Stadtgeschichte. Die verwitterten groben Steinquader stammen noch aus den Zeiten, als ein zweiter Flussarm um das Areal herumführte und die sogenannte Leineinsel bildete. Die Mauer gehört somit zu den Fundamenten jener Häuser, die einst auf der Leineinsel standen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ließ man die im Grunde nicht allzu stark beschädigten Gebäude abreißen und schüttete den Seitenarm der Leine zu.

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Die Stadt beginnt ihre Bauarbeiten jetzt mit archäologischen Grabungen bis tief in die Fundamente der Stadt hinein. Die zugeschütteten Kellerräume, die einst zu den Leineinsel-Häusern gehörten und sich hinter den Mauerquadern befinden, sollen geöffnet und erforscht werden. „Dabei könnten wir durchaus auf Funde aus dem Hochmittelalter, also aus dem 12. und 13. Jahrhundert stoßen“, sagte Fachbereichsleiterin Katrin van Schwartzenberg in der Bezirksratssitzung. Sollten die Bauarbeiter tatsächlich auf verborgene Schätze stoßen, werde man die Entdeckungen sorgfältig dokumentieren und ausstellen. Damit die Arbeiter keine nassen Füße bekommen, wird zuvor eine Stahlspundwand in den Fluss getrieben, sodass die komplette Flussmauer eingerüstet werden kann.

Nach der Grabungsphase startet im Frühjahr 2014 der Wiederaufbau der Ufermauer. Stein für Stein soll das historische Relikt dann in die Höhe wachsen, stabilisiert von einer sogenannten Stahlbeton-Schwerlastwand. Damit will man verhindern, dass die Mauer erneut in Schieflage gerät.

Steht die historische Flussmauer, wendet sich die Stadt dem anschließenden Uferabschnitt zu. Die Ziegelmauer, die keine historische Bedeutung hat, wird abgetragen, der Uferbereich um drei Meter zurückversetzt, sodass genügend Platz bleibt für eine Sandsteintreppe, die zum Wasser führt. Oberhalb der gesamten Mauer soll eine Promenade mit einem Aussichtsbalkon entstehen.

Der Bezirksrat begrüßte das Vorhaben. Bauhistoriker Sid Auffarth wünschte sich aber, dass die Stadt den Bootsanleger weiter nördlich baut, damit er nicht den Verlauf der Leine stört.

20.02.2013
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