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Aus der Stadt Hannover soll Kulturhauptstadt werden
Hannover Aus der Stadt Hannover soll Kulturhauptstadt werden
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06:00 04.07.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Irreführung des Publikums: Melanie Botzki und Harald Härke zeigen oben auf dem Ihme-Zentrum das Plakat, mit dem sich Hannover bei einem Treffen der Bewerberstädte in Hildesheim präsentiert hat. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Früher war hier das Gebäudemanagement der Stadt Hannover untergebracht, jetzt geht es in den Büros in der 11. Etage des Ihme-Zentrums um eine andere Art des Managements: Zukunftsmanagement. Denn jetzt hat hier das Team für die Bewerbung Hannovers als Europäische Kulturhauptstadt seine Arbeit aufgenommen. Von hier aus sollen die Schritte zur Bewerbung koordiniert werden. Leiter des Büros sind die Kulturmanagerin Melanie Botzki und Benedikt Poensgen, der Leiter des städtischen Kulturbüro. Zusammen mit drei Kollegen wollen sie die Bewerbung Hannovers auf den Weg bringen.

Zuerst muss der Rat zustimmen

Der erste Schritt dazu dürfte die Überzeugung des Rates der Stadt Hannover sein. Anfang kommenden Jahres wird sich der Rat mit dem Thema auseinandersetzen. Andere Städte, die sich auch für die Bewerbung als Kulturhauptstadt interessieren, sind da schon weiter. In Hildesheim etwa hat sich der Stadtrat bereits im April dieses Jahres einstimmig für die Bewerbung ausgesprochen.

Bereits im Mai 2019 muss der zwölfköpfigen Jury ein 100-seitiges Bewerbungsbuch vorgelegt werden, in dem die wichtigsten Fragen zur Bewerbung beantwortet werden müssen: Was ist mit der Nachhaltigkeit? Wie sieht es mit der europäischen Dimension der Bewerbung aus? Wird ein Großteil der Bevölkerung erreicht und eingebunden? Was ist mit den kulturellen und künstlerischen Inhalten?

2020 wird die international besetzte Jury eine Shortlist mit zwei bis drei deutschen Bewerberstädten bekanntgeben, im Jahr 2021 soll dann entschieden werden, welche deutsche Stadt Europäische Kulturhauptstadt 2025 wird.

Zweigstelle im Stadtzentrum

Viel Zeit, ein Konzept vorzulegen, bleibt also nicht mehr - und auch für die Einsetzung eines Intendanten oder künstlerischen Leiters, der die Bewerbung vorantreibt, dürfte es eng werden. Falls der Rat 2018 der Bewerbung zustimmen sollte, müsste sich das Kulturhauptstadtbüro schnell erweitern, eine Zweigstelle im Stadtzentrum soll dann eingerichtet werden. Damit soll die Kulturszene der Stadt in den Bewerbungsprozess eingebunden werden, sagt Büroleiterin Melanie Botzki. Sie ist überzeugt: „Wir brauchen die Kulturszene der Stadt für die Bewerbung“.

Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt

Anfang 2018 wird es eine Ratsentscheidung darüber geben, ob sich Hannover als Europäische Kulturhauptstadt 2025 bewerben soll.
Im Mai 2019 muss die Bewerbungsschrift eingereicht werden. Die Präsentationen der Städte werden von einer unabhängigen, internationalen Jury geprüft.
Im Sommer 2019 sind die Bewerberstädte zu einer Präsentation in Berlin eingeladen.
Im Herbst 2019 besucht eine Delegation der Jury die Bewerberstädte.
2020 wird die Jury eine Shortlist mit zwei bis drei Städten bekanntgeben.
2021 fällt die finale Entscheidung für je eine Stadt in Deutschland und Slowenien. rom

Bewerbung ist teuer, meistens

In den nächsten Wochen und Monaten wird das Team im Bewerbungsbüro damit beschäftigt sein, Kontakt mit Vertretern kultureller Institutionen der Stadt aufzunehmen. Ein Programmbeirat mit Künstlern, Kulturschaffenden und Kulturvermittlern der Stadt soll eingerichtet werden. Wie groß der sein soll, ist noch offen - das soll die Kulturszene der Stadt selbst bestimmen. Dem Rat der Stadt soll 2018 nicht einfach nur eine schnöde Drucksache vorgelegt werden, sondern ein umfangreiches Konzept. Darin dürfte dann auch die Frage beantwortet werden, wie teuer das Projekt Kulturhauptstadt werden könnte. Die Bewerbung der Stadt Essen und des Ruhrgebiets 2010 hat 60 bis 80 Millionen Euro gekostet. Es geht aber auch günstiger. Paphos auf Zypern, die aktuelle Kulturhauptstadt, kommt mit einem Budget von 8,5 Millionen Euro hin - das kleinste Budget in der Geschichte der europäischen Kulturhauptstädte.

Einmalige Gelegenheit

Über den Etat, den Hannover zur Verfügung haben wird, gibt es noch keine Aussagen vom Bewerbungsbüro. „Wir entwickeln jetzt Ideen, und daraus wird sich dann das Budget ergeben“, sagt Melanie Botzki.

Sie ist - genauso wie Hannovers Kulturdezernent Harald Härke - davon überzeugt, dass die Bewerbung für die Stadt wichtig ist, egal ob Hannover am Ende Kulturhauptstadt wird oder nicht: „Die Bewerbung ist eine einmalige Gelegenheit für Hannover. Wir bringen einen Stadtentwicklungsprozess in Gang, bei dem Kultur der Motor ist.“

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