Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadt startete Pilotprojekt zum Glasfaserausbau
Hannover Aus der Stadt Stadt startete Pilotprojekt zum Glasfaserausbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 11.03.2018
Mit dieser kleinen Fräsmaschine kommt das Glasfaserkabel in den Asphalt: Bild vom Pilotprojekt Nano-Trenching in Essen.  Quelle: 1&1 Versatel
Hannover

Kommt so das schnelle Internet in Hannovers Haushalte, ohne dass überall neue Straßenbaustellen aufgerissen werden müssen? Die Stadt startet in der nächsten Woche ein Pilotprojekt in Bothfeld: Beim sogenannten Nano-Trechning („Kleinst-Grabung“) wird der Straßenasphalt nur auf wenigen Zentimetern Breite aufgefräst und das Glasfaserkabel dann in den Schlitz verlegt. „Weniger Bauzeit, weniger Kosten und schnellerer Ausbau“ – das erhoffe sich die Stadt von dem neuen Verfahren, sagte Tiefbauamts-Managerin Heide Bussenius jetzt bei der Vorstellung des Projekts im Bauausschuss. 

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland beim Anschluss der Haushalte an schnelle Internetverbindungen über 50 Megabit pro Sekunde stark hinterher. Das liegt auch daran, dass die Telekommunikationsfirmen die hohen Kosten scheuen, wenn alle Straßen aufgegraben werden müssen. In zwei Städten hat es jetzt erste Versuche zum sogenannten Nano-Trenching gegeben: Essen und ein Ortsteil von Schweinfurt waren Vorreiter. Jetzt kommt Hannover. „Wir wollen Erfahrungen darin sammeln, ob diese Methode Verbesserung ist“, sagt Bussenius

Auf etwa 700 Metern der Kugelfangtrift soll am kommenden Mittwoch die Straße aufgefräst werden. Dabei kommt eine relativ kleine, fahrbare Sägemaschine zum Einsatz. Sie schlitzt den Asphalt nach Angaben der Stadt nur fünf Zentimeter tief und zwei Zentimeter breit auf, oben verbreitert sich die Fräsung T-förmig. In den Schlitz kommt ein Sandgemisch, in das das empfindliche Kabel eingebettet wird. Oben verschließen Bauarbeiter den Spalt mit Epoxidharz. 

Die Stadt will auf dem Großteil der Strecke das Kabel in der Straßenmitte verlegen, wo sich ohnehin eine Naht zweier Asphaltschichten befindet – diese wäre dann mit dem Epoxidharz gut verschlossen. Zwischen den Einmündungen Im Wollgrase und Bahnstrift wird die Leitung dann verschwenkt und verläuft auf der rechten Fahrspur – es geht eben auch darum, Erfahrungen zu sammeln, wo der beste Platz ist. Die Strecke erschien der Stadt auch deshalb geeignet, weil es dort keine Hausanschlüsse gibt. Diese werden von den Seitenstraßen aus vorgenommen. Die unkomplizierte Verlegung soll 30 bis 40 Prozent Kosten sparen und vor allem sehr schnell gehen. Eine Absaugung am Gerät verhindere Staub, sagt Bussenius, die Straße müsse für den Einbau nicht komplett gesperrt werden. 

„Es ist gut, dass Hannover zu den Modellstädten gehört, die innovative Verfahren testen“, lobte etwa FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, fragte aber auch: „Was ist, wenn kurz darauf ein anderer Anbieter Kabel verlegen will?“ Daniel Gardemin wies darauf hin, dass eine gute Dokumentation nötig sei, damit bei späteren Arbeiten etwa auch an Rohren tiefer im Untergrund nicht ständig Glasfaserkabel zerschnitten werden. All dies zu berücksichtigen, sagt Bussenius, sei Ziel des Pilotprojekts. „Sicherlich kann es problematisch werden, wenn fünf oder sechs Unternehmen ihre Kabel so in der Straße verlegen wollen.“ Ohnehin könne das Verfahren nicht überall zur Anwendung kommen: Wo etwa an Ampeln Messchleifen im Asphalt liegen, darf die Fräse nicht zum Einsatz kommen. 

Beantragt hat das Verfahren die Firma Kabel Deutschland/Vodafone, möglich ist es durch einen Passus neuen im Gesetz zum Digitalausbau. Entwickelt wurde das Nano-Trechning von einer gleichnamigen Firma in Österreich. Für den Testlauf in der Kugelfangtrift sind zwei Tage anberaumt.

Ausbau auch im Umland

In Hannovers Umland ist vor einer Woche das Startsignal für den Breitbandausbau gefallen. In 13 Städten werden insgesamt 220 Kilometer Glasfaserkabel verlegt: 130 Kilometer von der Telekom, 90 Kilometern durch den Mitbewerber Northern Access. Erster Spatenstich war in Neustadt-Hagen. 5300 Haushalte und 290 Unternehmen sollen profitieren. Nach Abschluss der Arbeiten zum Jahresende sollen 99 Prozent des Regionsgebiets mit Netzanschlüssen versorgt sein, die über bis zu 100 Megabit pro Sekunde Downloadtempo verfügen, kündigt Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz an. Die Region hatte sich um Fördergeld des Bundes beworben. Der Bund gibt 1,68 Millionen Euro, die Region schießt 330 000 Euro zu.

Von Conrad von Meding

In den letzten Jahren haben Allergien weltweit deutlich zugenommen. Gesine Hansen, Pädiatrie-Professorin und Direktorin der MHH Klinik, spricht im Interview über allergische Erkrankungen und Therapien zur Behandlung. 

11.03.2018

Ob Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis: Immer mehr Kinder leiden unter Allergien. Manche etwa müssen lange auf viele Lebensmittel verzichten. Es braucht also eine gute Organisation im Alltag – und viel Geduld bei der Therapie.

09.03.2018

Das Kleine Fest im Großen Garten hat Probleme, die Kosten zu decken. Daher steigen die Eintrittspreise um 2 Euro pro Ticket, zudem gibt der Veranstalter 600 Förderkarten für Sponsoren heraus.

11.03.2018