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Aus der Stadt Hannover sucht Spielplätze nach Schadstoffen ab
Hannover Aus der Stadt Hannover sucht Spielplätze nach Schadstoffen ab
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00:15 13.05.2015
Von Andreas Schinkel
Die Stadt untersucht Spielplätze in Hannover systematisch nach Altlasten. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Die Suche nach Schadstoffen im Boden beginnt mit einem Blick aus der Vogelperspektive. Die Experten im hannoverschen Rathaus studieren zunächst historische Karten und Luftaufnahmen, um sogenannte Verdachtsfläche ausfindig zu machen. Wo lagerten Tanks mit Chemikalien, wo hatten Fabriken ihre Standorte, wo wurde Trümmerschutt abgeladen, wo fielen Bomben? Solche Fragen versuchen die Stadtmitarbeiter mit ihrer historischen Recherche zu beantworten. Am Ende bleiben dann eine Handvoll Grundstücke übrig, auf denen Bodenproben entnommen werden müssen.

Seit drei Jahren sucht die Stadt systematisch Grundstücke nach Schadstoffen ab. Das vom Rat beschlossene Altlastenprogramm steht unter dem Eindruck des De-Haen-Falles. Damals wurden auf dem De-Haen-Platz in der List Chemikalien und radioaktive Substanzen in hoher Konzentration entdeckt. Die Bilder von Spezialisten in Schutzanzügen, die Bodenproben auf einem Spielplatz sammelten, beherrschten wochenlang die Medien. Kinderspielplätze stehen seitdem im Fokus der Suche nach möglichen Altlasten im Erdreich.

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Bisher hat die Stadt noch keine auch annähernd starke Belastung gefunden wie damals auf dem De-Haen-Platz. Im vergangenen Jahr wurden zwölf Spielflächen zunächst anhand von Karten und Bildmaterial untersucht, dabei konnte eine Fläche aussortiert werden. Auf den verbleibenden elf Spielplätzen entnahmen die Experten Bodenproben. Die Labortests ergaben, dass immerhin vier Plätze „kleinräumige Verunreinigungen“ aufweisen, wie es in einem Bericht der Verwaltung heißt. Alle Spielflächen seien aber „uneingeschränkt nutzbar“.

Gabriele Schulte 13.05.2015